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Bildung
Die Zukunft ist digital: Hochschule Trier klotzt mit Innovationen

Informatikstudent Lucas Küntzer arbeitet mit einer 3-D-Brille virtuell an dem bekanntesten fächerübergreifenden Projekt der Hochschule Trier, dem innovativen Fahrzeug Protron. Kooperationen mit der Industrie gibt es hier wie bei zahlreichen andern Forschungsarbeiten.
Informatikstudent Lucas Küntzer arbeitet mit einer 3-D-Brille virtuell an dem bekanntesten fächerübergreifenden Projekt der Hochschule Trier, dem innovativen Fahrzeug Protron. Kooperationen mit der Industrie gibt es hier wie bei zahlreichen andern Forschungsarbeiten. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Elektromobilität, Internet der Dinge – in Trier zu studieren ist spannend. Besonders in den Ingenieurfächern sind die Berufsaussichten blendend. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Als Hochschulstandort und Wissenschaftsstadt muss sich Trier nicht verstecken. „Wir bieten in einer tollen und lebenswerten Stadt jede Menge zukunftsorientierte Studiengänge mit besten Berufsperspektiven“, schwärmt Norbert Kuhn. Der Präsident der Hochschule Trier begrüßt am Montag mehr als 1000 junge Menschen zu ihrem Start in das Studium. Damit hält die auf angewandte Wissenschaften spezialisierte Einrichtung die Zahlen des Vorjahrs. „Das ist beruhigend“, sagt Kuhn, der gleichzeitig bedauert, dass es nicht mehr Studienanfänger sind.

„Vor allem in den Bereichen Elektrotechnik und Versorgungstechnik könnten wir die vierfache Zahl an Bewerbern aufnehmen“, macht der Präsident deutlich. „Die Absolventen mit solchen Abschlüssen werden uns geradezu aus den Händen gerissen.“ Kuhn wirbt vor allem für den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, die sogenannten MINT-Fächer. Deren Ruf, besonders schwierig zu sein, sei nicht gerechtfertigt. „Die Hürden sind überwindbar, das zeigen viele unserer Studierenden, die über den zweiten Bildungsweg an die Hochschule gekommen sind.“

Wie spannend besonders der Praxis-Teil des Studiums sein kann, zeigt der Blick in die Forschungshalle, wo neuartige 3-Drucker für die Industrieanwendung gebaut, abgasarme Motoren entwickelt und extrem energiesparende Autos weiterentwickelt werden. Mit den Fachrichtungen Elektromobilität und Digitale Automation (Internet der Dinge) geht die Hochschule innovative Wege.

An der Universität Trier – dort startet das Wintersemester in 14 Tagen – liegt der Blick besonders auf der Verbesserung der Lehre. „Von wachsenden Studierendenzahlen ist bei uns nicht die Rede“, sagt Uni-Präsident Michael Jäckel. Das müsse auch nicht sein. „Uns geht es um bessere Betreuungsquoten. Zudem stecken wir mitten im Prüfungsprozess, wie Studiengänge verändert werden können, um sie noch praxisorientierter zu machen.“

Dass viele junge Menschen lieber in Großstädten wie Berlin, Köln, Hamburg oder München studieren, weiß Jäckel, der ebenso wie Hochschul-Präsident Kuhn für Trier und seine Region wirbt. „Hier trifft das große kulturelle Erbe auf moderne Wissenschaft.“ Im Rahmen der vor zwei Jahren gegründeten Wissenschaftsallianz soll deshalb im kommenden Jahr eine gemeinsame Marketingkampagne gestartet werden. Norbert Käthler, Geschäftsführer der TTM (Trier Tourismus und Marketing GmbH) bestätigt, dass die Hochschulen auch auf der neuen Webseite des Unternehmens besser zu finden sein werden. „Wir sind die älteste Stadt mit einer der jüngsten Bevölkerungen. Das ist wirtschaftlich von großer Bedeutung. Die Hochschulen haben daran einen großen Anteil.“ 

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