| 18:45 Uhr

Fernsehen
Deshalb hat Kabel Eins in Trier gedreht

Das Filmteam wartet: Jenny Weber (stehend) bewirtet heute Daniel Heinz, Matthias Meurer, Antonio Mariani und Markus Reis.
Das Filmteam wartet: Jenny Weber (stehend) bewirtet heute Daniel Heinz, Matthias Meurer, Antonio Mariani und Markus Reis. FOTO: TV / Karin Pütz
Trier. Das Kamerateam hat nicht nur in Trier gedreht, sondern auch in Restaurants in Traben-Trarbach und Zeltingen-Rachtig - für eine Serie. Von Karin Pütz

Vier Männer sitzen an einem der Tische des Restaurants Tapavino in der Trierer Karl-Marx-Straße. Inhaberin Jenny Weber kommt zum Tisch und nimmt die Bestellung auf. Währenddessen betritt ihr Weinlieferant Manfred Becker das Lokal. Er empfiehlt einen Rotwein, es wird kurz geplaudert, dann verlässt er wieder das Lokal, und Jenny Weber verschwindet in der Küche. Das ist eigentlich eine Sache von wenigen Minuten.

Doch diese von zwei Kameras gefilmte Szene dauert fast 40 Minuten, denn sie wird immer wieder unterbrochen von Redakteur Michael Köhler und Aufnahmeleiter Mark Fröder. Beide sind Mitarbeiter der Good Times Fernsehproduktions-GmbH in Köln, die für die Kabel-eins-Serie „Mein Lokal, Dein Lokal“ in Trier und Umgebung drehen. Das Konzept der Sendung, die seit fünf Jahren im Vorabendprogramm läuft, ist einfach, aber erfolgreich: An fünf Wochentagen bewirten fünf Gastronomen abwechselnd die anderen und bewerten sich gegenseitig mit Punkten. Am Ende der Woche gibt Profikoch Mike Süsser seine Punktzahl dazu, und der Gewinner ist um einige Erfahrungen und 3000 € reicher.

Der Zuschauer bekommt dann täglich eine 45-minütige Sendung aus einem anderen Lokal zu sehen – von der Bestellung über die Zubereitung in der Küche bis zum letzten Bissen des Desserts ist die Kamera dabei. „Wir recherchieren die Lokale einer Region und suchen bewusst völlig unterschiedliche gastronomische Konzepte aus“, erklärt Mark Fröder. Kaum ein Gastronom ließe sich diese werbewirksame Chance entgehen, sein Lokal im Fernsehen zu präsentieren, sagt Fröder.

Zunächst wird allerdings noch ein Castingvideo gedreht, um zu sehen, ob sich Gastronom und Betrieb für das Format eignen. „Wir geben jedem die Möglichkeit, sich von seiner besten Seite zu zeigen. Das Sendeformat ist nicht auf das Scheitern ausgelegt“, betont der Aufnahmeleiter. Wenn alles stimmt, kommt auf die Protagonisten eine harte Woche zu: Jeder Drehtag beginnt morgens um 9 Uhr und dauert bis mindestens nachts um 1 Uhr. Jenny Weber wirkt an Tag 4 der Dreharbeiten erschöpft: „Dass es immer so lange dauert, hätte ich nie gedacht“, sagt sie.

Die 47-Jährige führt das Tapavino zusammen mit ihrem Sohn. Das kleine spanische Lokal, das sich auf Tapas spezialisiert hat, bietet Platz für 22 Gäste. Wie die anderen vier Teilnehmer fällt Jenny Weber natürlich für die komplette Woche in ihrem Lokal aus.

Auch der 37-jährige Daniel Heinz aus Kenn hat beim Anruf der Produktionsfirma zugesagt: In seiner Gaststätte mit angeschlossener Pension Kenner Treff, die er zusammen mit seiner Schwester betreibt, gibt es Gutbürgerliches und fast endlose Schnitzelvariationen. Antonio Mariani führt zusammen mit seinem Zwillingsbruder Americo das Villagio am Campingplatz in Riol. „Wir sind ein original (!) italienisches Restaurant!“, betont der temperamentvolle 33-Jährige.

Matthias Meurer aus Reil ist gastronomischer Leiter des Restaurants Belle Epoque im Hotel Bellevue in Traben-Trarbach, das gehobene Küche anbietet. Nach reiflicher Überlegung habe der 34-Jährige sich für die Teilnahme entschieden: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir damit auch die jüngere Kundschaft anziehen.“ Markus Reis (50) konnte bereits bei der VOX-Sendung „Mein himmlisches Hotel“ seinen Betrieb vorstellen, den Zeltinger Hof in Zeltingen-Rachtig.

Bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ will er mit regionaler Frische-Küche punkten. Wie sich die fünf Teilnehmer aus der Region geschlagen haben und wer das Preisgeld gewonnen hat, erfahren die Fernsehzuschauer allerdings erst in der Woche vom 3. bis 7. Dezember, wenn aus gut 80 Stunden Dreharbeiten entspannte 3 Stunden Unterhaltungs­programm entstanden sind.