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Echter Schock in der Morgenstunde

Zwei Achtklässler der Realschule Daun haben am Donnerstag einen Einsatz von Polizei und Rettungskräften ausgelöst: Sie hatten Pfefferspray in der Schule versprüht. Dadurch wurden mehr als 20 Kinder leicht verletzt. Von unserem Redakteur Stephan Sartoris

Daun. "Das war ein echter Schock in der Morgenstunde", beschreibt Erwin Kimmling, der kommissarische Leiter der Leopold-von-Daun-Realschule Daun, wie er die Ereignisse am Donnerstagmorgen erlebt hat. Zwei 13 und 14 Jahre alte Achtklässler hatten in einem Flur des Gebäudes und in einer Toilette Pfefferspray versprüht, allerdings "nicht gezielt auf andere Schüler", stellt der Schulleiter klar. Ein Lehrer, der auf dem Weg zum Unterricht war, habe den beißenden Geruch bemerkt, und "da kamen ihm auch schon Schüler entgegen, die über Reizungen klagten", erzählt Kimmling. Sofort seien Polizei und Notarzt alarmiert und die Schüler aus dem betroffenen Bereich herausgeholt worden. Zudem sei auch sofort gelüftet worden, so dass das Gas schnell verschwunden sei. "Polizei und Rettungskräfte waren schnell vor Ort, zudem haben meine Kollegen umsichtig gehandelt und die Kinder betreut", ergänzt der Schulleiter.

Zwei Kinder mussten zum Augenarzt



Nach Miteilung der Polizei wurden insgesamt 21 Schüler leicht verletzt. Elf Kinder wurden in den Krankenhäusern in Daun und Wittlich untersucht, zwei Schüler wurden zu einem Augenarzt gebracht. Acht weitere Kinder wurden an Ort und Stelle von den Rettungskräften behandelt.

Der Schulleiter ("So etwas habe ich in 30 Jahren an der Dauner Realschule noch nicht erlebt") ist erleichtert, dass praktisch alle Kinder nach der Behandlung wieder nach Hause geschickt werden konnten. Kimmling: "Teilweise sind Eltern sogar ins Schulsekretariat gekommen, um uns darüber zu informieren, dass es den Kindern gut geht und sie mit nach Hause genommen werden."

Beamte der Polizeiinspektion (PI) Daun haben eine Sprühdose mit Pfefferspray sichergestellt und die Ermittlungen aufgenommen. Werner Müllen, stellvertretender PI-Leiter, wertet den Vorfall als "bösen Streich". Die Schüler hätten, ähnlich wie bei einem Vorfall mit einem Feuerlöscher in Hillesheim (der TV berichtete), in "jugendlichem Überschwang" das Spray verspürt, ohne sich große Gedanken über die Folgen zu machen. Wie die Schüler sich für ihr Vorgehen verantworten müssen, wird sich erst im weiteren Verlauf der Ermittlungen, in die automatisch auch das Jugendamt eingeschaltet wird, zeigen. Schulintern wird sich eine Klassenkonferenz mit dem Vorfall beschäftigen, kündigt der Schulleiter an: "Klar ist, dass so etwas nicht ohne Konsequenzen bleiben kann."