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Ehemaliger Trierer Drogenfahnder hat ein Buch geschrieben - darüber, wie man im Leben das erreicht, was man will

Vom Drogenfahnder zum Lebensberater: Der Ex-Trierer Martin Wittschier hat ein Buch geschrieben. Foto: privat
Vom Drogenfahnder zum Lebensberater: Der Ex-Trierer Martin Wittschier hat ein Buch geschrieben. Foto: privat FOTO: (h_st )
Trier. Endlich abnehmen, mehr Sport treiben: Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind schnell gefasst, aber auch schnell wieder vergessen. Verhaltensexperte Dr. Martin Wittschier hat erforscht, wie man gute Vorsätze erfolgreich umsetzt. In einem Interview mit TV-Mitarbeiterin Karin Pütz stellt er sein Buch vor. kap

Bis zu seinem 34. Lebensjahr war Martin Wittschier als Kriminalkommissar und Drogenfahnder bei der Kripo Trier tätig. Dann kündigte er seine sichere Beamtenstellung und gründete mehrere Unternehmen. Er nahm ein Studium auf, erforschte Motivation und menschliche Handlungsweisen und erlangte im Alter von 50 Jahren seinen Doktortitel.
Sein Buch "Wie es nicht geht, weißt Du schon" ist das Ergebnis seiner Arbeit als Verhaltensexperte. Seit zwei Jahren lebt er mit seiner Familie in Bonn.

Unsere Mitarbeiterin Karin Pütz hat mit dem Ex-Trierer über sein Werk gesprochen.

Herr Wittschier, Ratgeberbücher zum Thema gute Vorsätze gibt es reichlich.
Was ist das Besondere an Ihrem Buch "Wie es nicht geht, weißt Du schon"?
Martin Wittschier: "Es ist kein Ratgeber im üblichen Sinn. Ich habe wissenschaftlich fundiertes Wissen und erfolgserprobte Erfahrungen in eine unterhaltsame Geschichte verpackt.
Es ist ein Mitmach-Buch, weil man zusammen mit dem Protagonisten den Weg zum Erreichen seiner Ziele gehen kann - auch das Stolpern über Hürden gehört durchaus dazu. Schritt für Schritt geht man zusammen mit "Ben" den Weg der EVA-Methode."

Wofür steht EVA?
Wittschier: "E steht für Erkenntnisphase, V für die Vorbereitungsphase und A für die Aktionsphase: Für einen guten Vorsatz muss man sein Ziel wirklich erreichen wollen und auch im Vorfeld gut planen. Halbherzig funktioniert das nicht.

Ein Beispiel in Ihrem Buch ist da besonders prägnant: Ben soll sein Geld verwetten, ob er es schafft.
Wittschier: "Auf seinem Sparbuch liegen 15 000 Euro. Ben wird von seinem Meister gefragt, ob er sein ganzes Vermögen verwetten würde, dass er es schafft, sein Ziel innerhalb eines Jahres zu erreichen.
Er ist aber nur bereit, 200 Euro zu verwetten, weil ihm das zwar wehtun, aber nicht ruinieren würde. Und das ist das Zeichen, dass er eben nicht zu 100 Prozent an sich glaubt.
Erst wenn man wirklich bereit ist, kann man mit der Umsetzung beginnen - ist der Schüler bereit, ist der Meister nicht weit."

Was hat es mit dem "Meister" auf sich?
Wittschier: "Der Meister in dem Buch ist Bens ,Erfolgspate', sein Verbündeter, der ihn unterstützt, sein Ziel zu erreichen. Um beispielsweise sein Lauftraining regelmäßig durchzuführen, ist es sinnvoll, einer anderen Person regelmäßig zu berichten. Ihr fällt auf, wenn man aufgeben will und ermutigt einen, weiterzumachen.
Als wir Kinder waren, haben unsere Eltern kontrolliert, ob wir uns regelmäßig die Zähne putzen, bis es so selbstverständlich geworden ist, dass wir es bis heute regelmäßig machen, ohne es zu hinterfragen. Den Erfolgspaten braucht man so lange, bis man selbst stark genug ist, zum Beispiel das Sporttraining alleine durchzuziehen."

Viele andere Dinge gehören zur Umsetzung der EVA-Methode. Kann es wirklich jeder schaffen?
Wittschier: "Eindeutig ja! Ich selbst habe mit der Methode 20 Kilo abgenommen und bin beim Berlin-Marathon mitgelaufen. Wichtig ist, dass man seine persönlichen Motivatoren kennt und so seinen persönlichen Erfolgscode entschlüsselt. Mache das zur Gewohnheit, was dich glücklich, zufrieden und erfolgreich macht, dann gelingt dir, was du schon immer tun wolltest! Extra

Martin Wittschier, "Wie es nicht geht, weißt Du schon", erschienen im Ariston Verlag in der Verlagsgruppe Random House, 208 Seiten gebunden mit Schutzumschlag, 14,99 Euro.