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Veranstaltungen
Ehranger und Besucher feiern den Markt

Fassanstich gut – alles gut. Bundesjustizministerin Katarina Barley (rechts) und Schirmherr Uwe Lüders (links) genehmigen sich mit den übrigen Ehrengästen einen Schluck aus dem Bierkrug.
Fassanstich gut – alles gut. Bundesjustizministerin Katarina Barley (rechts) und Schirmherr Uwe Lüders (links) genehmigen sich mit den übrigen Ehrengästen einen Schluck aus dem Bierkrug. FOTO: LH
Trier-Ehrang. Trotz Unsicherheiten bis kurz vor Beginn wurde die Veranstaltung ein Erfolg. Heute und morgen wird weiter gefeiert.

Von Ludwig Hoff

Alles wie gehabt bei der Traditionsveranstaltung Ehranger Markt. Ja, aber nicht ganz. Mächtig Kopfzerbrechen hatte dem Veranstalter der neue Verkehrskreisel Bundesstraße 422/Kyllstraße bereitet - bis schließlich fast in letzter Minute eine Art Kompromiss gefunden wurde: Die Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine (GEOV), wo sich 20 Vereine zusammenfinden, als Veranstalter hat sich bei der Fläche für das Fest am Kreisel so eingerichtet, dass der Umgehungsverkehr Bundesstraße B 422 fließen kann.

Dabei geht nicht allzu viel Raum für die in Jahrzehnten liebgewonnene Flanier- und Feiermeile in der Kyllstraße verloren. Andererseits hält sich die durch die Veranstaltung hervorgerufene Umleitungsstrecke in erträglichen Grenzen, so die Einschätzung vor Ort. Folglich nur glückliche und zufriedene Mienen beim Fest­auftakt am vergangenen Samstag. Das gilt nicht zuletzt für Ortsvorsteher Bertrand Adams. Er erlebte wohl als Einziger aus der offiziellen Gästeschar mit der Markt-Auflage 2018 eine Premiere. Zwar hatte Adams schon zig Mal Ehranger Markt-Eröffnungen miterlebt, kein Wunder als Einheimischer doch noch nie bestand seine Aufgabe darin, als Ortsvorsteher (gewählt Ende Juni dieses Jahres) auf der Bühne an der Sparkasse zu stehen.

Zusammen mit Schirmherr Uwe Lüders (Ehranger Autohaus AHM) wünschte er Ehrangern wie Gästen „viel Spaß“ beim Ehranger Markt. Eine seiner ersten Amtshandlungen nach seiner Ernennung habe darin bestanden, im und mit dem Trierer Rathaus eine Lösung für Verkehr und Veranstaltung zu finden. Adams‘ Einschätzung: Wenn sich die getroffene Regelung bewährt, wovon auszugehen sei, dürfte diese wohl Folgewirkung für die nächsten Jahre haben.

Und auch der Fassanstich verlief einwandfrei. Als fleißigste Gerstensaft-Verteilerin (aus dem Sponsor-Fässchen) erwies sich Katarina  Barley MdB. Wann bekommt man schon mal ein Glas Gerstensaft von einer Bundesjustizministerin angeboten: In Ehrang kann das dem Festbescher leicht passieren, so auch diesmal. Im Ausnahme-Sommer eigentlich nicht erwähnenswert: Sehr viel Sonnenschein. Obgleich erfahrene Ehranger wissen, dass der Herbst naht (1. September ist meteorologischer Herbstanfang) und dass deshalb ein leichtes Jäckchen für die späteren Abendstunden durchaus angeraten ist.

Nach ein paar Jahren wieder dabei: Henning Wirtz. Der Steinmetzmeister schuf aus einem heimischen Quader eine Stein-Skulptur, der er den Namen „Alle in einem Boot“ gab. Wirtz: „Interpretation offen.“ Werk und 20 Stunden reine Arbeitszeit stiftete Wirtz für die Tombola und damit für einen guten Zweck. Neben dem Rummelplatz gehörte das Musikangebot mit Bands und unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zu den Hauptattraktionen des Markts, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1350 zurückreichen.

Anfangs bestand der Markt aus einem Tag, nämlich dem ersten Dienstag im September. In den vergangenen Jahren avancierte der Bauernmarkt von einst mehr und mehr zu einem großen  wie quirligen Volksfest für die gesamte Region nach dem Motto:  Sehen und gesehen werden. Ein Nachsehen hatten beim diesjährigen Ehranger Markt nur diejenigen, die bei einer Kirmes ohne Autoscooter „nicht leben“ können. Ein Manko auch für den Veranstalter. GEOV-Vorsitzender Oliver Irmen: „Das Fahrgeschäft war fest zugesagt. Dann kam die Absage so kurzfristig, dass kein Ersatz mehr möglich war.“ Ehranger Markt ohne Autoscooter soll laut Irmen eine einmalige Ausnahme gewesen sein. „Mambo Dance“ ein anderes Groß-Fahrgeschäft, lockte schließlich die meist jugendlichen Besucher an – auf dem nicht weniger die Post abging.