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Ehrung für Triers Oberbürgermeister: „Er ist ein herrlicher Mann“

Vorjahres-Preisträger Aloys Hülskamp hatte für Wolfram Leibe sieben Sachen im Gepäck, die ihn auf seinem Weg im Amt begleiten sollen. TV-Foto: Karin Pütz
Vorjahres-Preisträger Aloys Hülskamp hatte für Wolfram Leibe sieben Sachen im Gepäck, die ihn auf seinem Weg im Amt begleiten sollen. TV-Foto: Karin Pütz
Trier. Die Prinzenzunft hat Oberbürgermeister Wolfram Leibe den Weißebach-Preis verliehen. Ministerpräsidentin sagt, was sie an ihm schätzt. Karin Pütz

Treffen sich ein Bischof, eine Ministerpräsidentin und ein Karnevalsprinz in einer Sektkellerei ... Was sich anhört wie der Anfang eines Witzes, ist gar keiner. Witzig ging es trotzdem anlässlich der Verleihung des Franz-Weißebach-Preises im Barocksaal der Sektkellerei Bernard-Massard zu. Zum 30. Mal vergab die Trierer Prinzenzunft die Auszeichnung an eine Person, die sich durch "heimatliche Verbundenheit, Sinn für Humor und soziales Engagement" auszeichnet.

In diesem Jahr heißt der Preisträger Wolfram Leibe. Der Trierer Oberbürgermeister reiht sich somit in die Garde der vorherigen Preisträger ein, unter denen sich auch Bischof Ackermann (2011) und die heutige Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (2007), befinden. Auch sie waren in den restlos gefüllten Barocksaal gekommen, um dem festlich-fröhlichen Spektakel beizuwohnen. Für musikalische Unterhaltung und Erheiterung sorgten Angela Händel und Barbara Ullmann vom Theater Trier: Ein Lied aus der Feder von Georg Kreisler wurde kurzerhand abgeändert, damit es zum Geschlecht des Preisträgers passt: "Er ist ein herrlicher Mann" schwärmte Ullmann Wolfram Leibe gesanglich an und setzte später noch einen drauf mit Marlene Dietrichs "Kinder, heute Abend, da such' ich mir was aus - einen Mann, einen richtigen Mann".

Der Preisträger aus dem vergangenen Jahr, Pater Aloys Hülskamp vom Jugendwerk Don Bosco, hielt die Laudatio auf den 30. Preisträger. Hülskamp hatte in einem Rucksack sieben Dinge für den OB eingepackt, die er unter humorvollen Erklärungen nacheinander zum Vorschein brachte.

Darunter eine Brille, "um immer den richtigen Blick für die Menschen zu haben, die Hilfe brauchen", sowie ein Paar Arbeitshandschuhe, weil Leibe stets bereit sei, Dinge anzupacken. Der OB zeigte sich beeindruckt von der Lobrede, die "die Latte für das nächste Jahr hoch hängt", wie er lachend zugab. Prinzenzunft-Präsident Jürgen Schlich überreichte neben der Urkunde sowie der Ehrennadel 500 Euro. Letztere gab der Preisträger gleich wieder an Aloys Hülskamp weiter - als Spende für das Jugendwerk Don Bosco.

Der Namensgeber des Preises, Franz Weißebach, lebte von 1860 bis 1925 und hatte seinerzeit der Stadt Trier sein Erbe mit der Bedingung vermacht, davon den Bau eines Krematoriums zu finanzieren. Nur wenn der Stadtrat dies fünf Jahre hintereinander ablehne, dürfe das Geld für die Anlage eines Volksgartens verwendet werden. Der Plan des Schalks ging auf - fünf Jahre hintereinander musste der Stadtrat im katholischen Trier das Testament auf die Tagesordnung setzen, bis schließlich der Palastgarten angelegt werden konnte.