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Meine Hilfe zählt
Ein Helm für Baby Tim

Lissendorf. TV-Spenden-Projekt „Meine Hilfe zählt“: Die „Interessengemeinschaft Eifelbiker –  Biker helfen Kindern“ bittet um Spenden,  damit ein kleiner Junge eine Helm-Therapie erhalten kann. Von Katja Bernardy

Schon nach der Geburt war Tims Köpfchen verformt. Später fiel auf, dass das Baby den Kopf bevorzugt nach links drehte, das Öhrchen hatte sich vorverlagert.

Ärzte stellten eine Diagnose, die Laien zweimal lesen müssen: schwere Brachy-Plagiocephalus mit massiver Schädelbasisrotation und ear shift. Die Erkrankung zieht unter anderem nach sich, dass es Tim schwerer als Gleichaltrigen fällt, Dinge zu koordinieren, etwa gezielt nach Kuscheltieren zu greifen.

 Eifeler Motorradfahrer, genauer gesagt die Interessengemeinschaft (IG) Eifelbiker – Biker helfen Kindern,  unterstützen Tims Familie. Der Verein mit Sitz in Lissendorf (Landkreis Vulkaneifel) sammelt Spenden, damit der Junge eine Helm-Therapie erhält.

Physiotherapeuten konnten dem Kleinen bereits helfen: Er hat gelernt, sich zu drehen und das Köpfchen nach rechts zu bewegen. Aber das ist, einem ärztlichen Bericht zufolge, bei weitem nicht genug. Die Kopfform sei entstellend, aber schwerwiegender seien gesundheitliche Folgen, ist darin zu lesen. Kritischster Punkt sei die „Rotation in der Schädelbasis“. Dadurch könne der erste Halswirbel immer wieder blockiert werden, was zu lebenslangen Kopfschmerzen bis hin zu Wahrnehmungsstörungen führen könne.

Ärzte raten zur Helm-Therapie Um Tims Gesundheit zu sichern, raten die behandelnden Klinikärzte zu einer Therapie mit einer Kopforthese, landläufig als Helm bezeichnet.  „Doch jetzt kommt der Hammer“, sagt Michel Schmitz, erster Vorsitzender der IG Eifelbiker. Die zuständige  Krankenkasse, in Tims Fall die AOK, weigere sich, zu zahlen. „In einigen Bundesländern wird dies anders gehandhabt, nur nicht hier“, schimpft Schmitz.

Die Eifelbiker wollen sich damit nicht abfinden. Sie greifen Tims Familie, die laut Schmitz weder namentlich noch mit Foto in der Zeitung erscheinen möchte, unter die Arme.

Als die Motorradfahrer von dem Schicksal des Jungen gehört hatten, riefen sie über „Meine Hilfe zählt“, die Spendenplattform des Trierischen Volksfreunds, ein Projekt ins Leben.

 „Wir reden nicht dumm rum, sondern tun was“, erklärt Schmitz kurz und knapp die Philosophie der Interessengemeinschaft. Nahezu hundert  Kinder hätte der Verein bis heute auf vielfältige Weise unterstützt, „Das Hilfsvolumen liegt im siebenstelligen Bereich“, sagt der IG-Chef. Unter anderem für Felix aus Mettendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm), den Jungen, dessen Schicksal viele TV-Leserinnen und -Leser tief bewegt hatte, hatten sich die Eifelbiker eingesetzt  – die notwendige, barrierefreie Außenanlage konnte gebaut werden.

Auch Barrierefreiheit steht auf der Liste der Maßnahmen, welche die Eifelbiker voranbringen. „Wir finanzieren und führen, wenn notwendig, Baumaßnahmen durch, die ein nahezu normales  Leben der Kinder ermöglichen“, sagt Schmitz. Oder, wie in Tims Fall,  übernehmen die Eifelbiker Kosten und Behandlungen, die notwendig sind und Sinn machen, jedoch von keinem Träger gezahlt werden. Aktuell sammelt der Verein über das „Meine Hilfe ­zählt“-Projekt  „Hilfe für Tim“ 5000 Euro für die Helm-Therapie des kleinen Jungen. Die Biker tun noch mehr für Tim: Mitte Oktober, am Kirmessonntag in Lissendorf, übernehmen sie den Getränkeverkauf. „Der ­Reinerlös des Verkaufs kommt zu hundert Prozent der Helm-Therapie  zugute“, sagt Schmitz.

TV-Leserinnen und -Leser können unter der Projektnummer 62577 spenden – damit Tims Gesundheit, der in dieser Woche seinen ersten Geburtstag feiert, gesichert ist.