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Eigenheim zum Spielen

"Mit richtigen Fenstern": Die Kinder sind stolz auf ihr neues Spielhaus.Foto: Cordula Fischer
"Mit richtigen Fenstern": Die Kinder sind stolz auf ihr neues Spielhaus.Foto: Cordula Fischer
TRIER-SÜD. (cofi) Die Vorfreude war größer als vorm Weihnachtsfest. Das Geschenk hatten der Kinder bereits eine Woche lang vor Augen, mit dem Ausprobieren aber mussten sie noch warten. Erst bei der offiziellen Eröffnungsfeier durften sie das rote Band zerschneiden, das den Zugang in das neue hölzerne Spielhaus versperrte.

"Fünf Jahre lang haben wir auf dieses Haus gespart", erzählt Simone Reichertz vom Elternbeirat der Kindertagesstätte Herz-Jesu. Bis das Projekt verwirklicht werden konnte, haben die Eltern bei Floh- und Kleidermärkten jeden Cent gesammelt, von der Pfarrei gab es keine finanzielle Unterstützung. Einige zwischenzeitliche Anschaffungen für den Außenbereich und die Turnhalle verlängerten die Wartezeit auf das Kinder-Traumhaus "Mittlerweile sind die Kinder einiger beteiligten Eltern schon aus dem Kindergarten-Alter heraus", sagt Reichertz. Dennoch haben alle mit vereinten Kräften weiter geholfen, den Grundstock zu schaffen.Preisgünstige Gefängnis-Schreinerei

"Wir haben viele Kataloge gewälzt, um das Passende zu finden", erzählt Erzieherin Carmen Gangi. Allerdings entsprachen die Preisvorstellungen nicht den Mitteln, die Eltern und Erzieherinnen zur Verfügung standen. Mit rund 2900 Euro Gesamtkosten für Bau, Anlieferung und Errichtung des neuen Spielraumes wurde dann aber ein Anbieter gefunden. Die Schreinerei der Justizvollzugsanstalt Wittlich hat das zweistöckige Spielhaus maßgerecht auf die räumlichen Kapazitäten der Eingangshalle zugeschnitten. "Wir haben uns vorher im Hetzerather Kindergarten ein ähnliches Haus angeschaut und die Schreinerei in Wittlich besichtigt", sagt Carmen Gangi. Das Urteil der Kinder ist der schönste Dank für alle Beteiligten. "Die echten Fenster sind toll, weil man da raus gucken kann", freuen sich Felix und Lars. Nachdem sie mit ihren Freunden die Regeln in Gedichtform aufgesagt hatten, gab es kein Halten mehr. Auf zwei Etagen tobten die Kleinen durch das neue Spielhaus. "Wir haben bewusst wenig Gegenstände in das Haus gestellt, damit die Kinder selbst ihre Sachen mitnehmen und ein fantasievolles Spiel entstehen kann", erklärt Carmen Gangi.