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Ein Domizil für alle(s)

Trier. Mobile Spielaktion und Jugendparlament ziehen bald ins umgebaute Haus Zuckerbergstraße 30. Roland Morgen

Trier Zuckerbergstraße 30 - eine Adresse zum Vormerken, vor allem für junge Familien, Kinder und Jugendliche. Das Haus an der Ecke Zuckerberg-/Salvianstraße ist derzeit noch Baustelle, 2018 wird es das gemeinsame Domizil unter anderem der Mobilen Spielaktion, des Kinder- und Familienbüros Triki, des Stadtjugendrings und des Jugendparlaments.
"Dann geht ein lang gehegter Wunschtraum in Erfüllung", sagt Jörg Drekopf (57), der Geschäftsführer des Vereins Mobile Spielaktion.
Alle Arbeitsbereiche und Projekte des Vereins zusammengefasst statt über mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilt - diese Idee sei "locker zehn Jahre alt", aber lange unrealisierbar gewesen. Bis der inzwischen pensionierte damalige Jugendamtsleiter Achim Hettinger die zündende Idee hatte: Er brachte das der Stadt gehörende Eckhaus nahe der Trier-Galerie und des City-Parkhauses ins Gespräch. Für das Gebäude, in dem lange Zeit Übersiedler aus Russland eine Übergangsbleibe fanden und das zuletzt zwei Jahre lang leer stand, gab es laut Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Angelika Birk "viele private Kaufinteressenten". Doch die Stadt entschied sich im Sinne von Hettingers Vorschlag. Sie übertrug die im späten 19. Jahrhundert erbaute, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Immobilie per Erbbaurechtsvertrag für 30 Jahre an die Mobile Spielaktion, die nun das größte Projekt ihrer fast 30-jährigen Vereinsgeschichte stemmt: den barrierefreien Umbau. Mit einschließlich Aufzugbau "alles in allem rund 800 000 Euro" Kosten rechnet Drekopf. Dank der Unterstützung vor allem des Deutschen Hilfswerks (Stiftung der ARD-Fernsehlotterie), das allein ein Drittel der Baukosten trägt, aber auch der Sparkasse Trier und der Herbert-und-Veronika-Reh-Stiftung sowie Eigenleistung und Spenden fehlen derzeit lediglich noch rund 30 000 Euro. Auch die hofft Jörg Drekopf in Form von Geld- oder Sachspenden zusammenzubekommen. Infos dazu online über spende.spielaktion.de
Der vom Trierer Architekturbüro Weltzel & Hardt geplante und von Jörg Fuhr geleitete Umbau läuft auf Hochtouren. Bis 15. Dezember muss er im Erdgeschoss abgeschlossen sein, denn dann endet der Mietvertrag der Mobilen Spielaktion im rückwärtigen Teil des Posthof-Komplexes in der Metzelstraße. Mit ihr ziehen die Büros des Jugendparlaments, des Stadtjugendrings und der Triki-Reporter in die Zuckerbergstraße. Das Kinder- und Familienbüro Triki, bisher untergebracht im Erdgeschoss des Stadtmuseums-Anbaus des Simeonstift, soll bis Mitte 2018 folgen. Dann, so Drekopf, befänden sich die Anlaufstellen für Kinder, Eltern, Jugendliche und Kooperationspartner "zentral gelegen unter einem Dach". Einen Namen hat das Haus mit den künftig zusammengefassten Einrichtungen für die Belange von Jugendlichen und Kindern noch nicht, aber es gebe einige Ideen. Eine davon: Juki-Haus.Extra: WEIT MEHR ALS KINDERBELUSTIGUNG


Mobile Spielaktion - das klingt nach Kinderbelustigung, leistet aber sehr viel mehr. Der Trierer Verein, 1988 von fünf Pädagogikstudenten (darunter der seit 1990 hauptberufliche Geschäftsführer Jörg Drekopf) gegründet, machte sich vor allem mit der historischen Spielstadt bekannt, die jährlich in drei Sommerferienwochen auf dem Kaiserthermen-Gelände angeboten wird. Dem Ziel, auf spielerische Weise Bildung und Denkanstöße zu vermitteln, dienen auch Spielaktionen in den Stadtteilen. Im Laufe der Zeit sind museumspädagogische Angebote, Beteiligungs- und Kooperationsprojekte (wie Spielplatzplanungen) und der jährliche Kindertag im Palastgarten dazugekommen. Außerdem betreibt der Verein das Trierer Kinder- und Familienbüro Triki, das sich zu einer gefragten Anlauf- und Informationsstelle entwickelt hat.