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Ein Herz für Menschen

Vielen Dank für die Blumen: Pater Aloys Hülskamp freut sich über die Auszeichnung mit dem Franz-Weissebach-Preis. TV-Foto: Nathalie Hartl
Vielen Dank für die Blumen: Pater Aloys Hülskamp freut sich über die Auszeichnung mit dem Franz-Weissebach-Preis. TV-Foto: Nathalie Hartl FOTO: Nathalie Hartl (nhl) ("TV-Upload Hartl"
Trier. Pater Aloys Hülskamp hat am Sonntagabend den 29. Franz-Weissebach-Preis bekommen. Die mit 500 Euro dotierte Ehrung wird jedes Jahr von der Prinzenzunft der Stadt Trier an einen Menschen verliehen, der sich sowohl durch soziales Engagement als auch Humor in Trier verdient gemacht hat.

Trier. Aloys Hülskamp ist ein bekanntes Trierer Gesicht. Wenn er durch die Stadt radelt, kann sich der Geistliche kaum davor retten, ständig erkannt und auch angesprochen zu werden. Viele der knapp 100 Anwesenden bei der Preisverleihung im Rokokosaal der Sektkellerei Bernard-Massard sind mit Hülskamp per du. Dementsprechend vertraut ist die Atmosphäre. Aloys Hülskamp ist ein "Meister im Brückenbauen und erreicht das Herz der Menschen", sagt Petra Moske, Mitgründerin und Vorsitzende des Vereins Nestwärme, die den Franz-Weissebach-Preis im Vorjahr erhielt.
Dass Hülskamp kein gewöhnlicher Pfarrer und Seelsorger ist, wird zum Beispiel anhand seiner Medienpräsenz deutlich. So musste er schon ein zweites Facebook-Profil erstellen, weil über 5000 Menschen mit ihm befreundet sein wollen, um online seine Wünsche, Anekdoten und kleine Lebensweisheiten zu lesen.
Auch jenseits der virtuellen Welt ist Hülskamp für Menschen in unterschiedlichsten Situationen zur Stelle. Er arbeitet mit Jugendlichen, besucht Kranke, verheiratet Paare und verliert dabei selten seinen Humor. Vom Preisgeld will der 50-Jährige eine ganze Ladung Holzengel kaufen. Diese verschenkt er gerne symbolisch an Menschen, die etwas Hilfe von oben gebrauchen könnten. Vor allem seine "Teuflinge" - wie er einige Jugendliche liebevoll nennt - würden die Engel gerne an einem Ehrenplatz in ihren Zimmern aufbewahren.
Hülskamp kam auf kurzem Umweg zu seiner Berufung. Der gebürtige Münsterländer wollte zunächst den Hof seiner Eltern übernehmen. Nach einer abgeschlossenen Lehre begegnete er den Salesianern Don Boscos, die vor allem in der pädagogischen Jugendarbeit tätig sind. Von ihren Ideen und Aktivitäten inspiriert, entschloss er sich mit 25, die Priesterlaufbahn einzuschlagen. Nach einem Studium der Theologie und Sozialpädagogik arbeitete Hülskamp in Trier-West und Helenenberg mit Jugendlichen. Dass er nun einen Preis verliehen bekommt, berührt ihn. Zum Dank gibt er den Anwesenden eine Kleinigkeit zurück: rot-glitzernd verpackte Herzen aus Schokolade. nhl