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Ein neues Spielfeld für die Arena Trier

Der Boden in der Arena Trier muss ausgetauscht werden. Kostenpunkt: 300 000 Euro. TV-Foto: Friedemann vetter
Der Boden in der Arena Trier muss ausgetauscht werden. Kostenpunkt: 300 000 Euro. TV-Foto: Friedemann vetter
Trier. Früher ein Frevel, heute kein Problem mehr: Moderne Sportböden in Turnhallen verkraften dreckige Straßenschuhsohlen, herabfallende Wunderkerzen, den Abrieb von Autoreifen und sonstige Extrembelastungen. Der Hallenboden der Trierer Arena muss 2016 trotzdem erneuert werden. Die Ausgabenliste der Stadt für ihre Sportstätten wächst damit um weitere 300 000 Euro. Christiane Wolff

Trier. Kängurus mit dicken Stiefeln, Gardemädchen mit schwarzen Ledersohlen und Krankenschwestern in hochhackigen Pumps: Bei der Rosenmontagsparty in der Arena trampelte so einiges an Schuhwerk über Freiwurflinie, Wurfkreis und Sieben-Meter-Punkt der Arena Trier. TV-Leser Holger Rößler wunderte sich. "Da sind doch Beschädigungen vorprogrammiert. Jeder normale Sportler bekommt Hallenverbot, wenn er keine sogenannten Non-marking-Schuhe trägt, und an Karneval ist alles egal", wandte er sich per E-Mail an den Volksfreund.
Ein Irrtum: Die Großraumhalle Arena darf nicht nur an Karneval, sondern auch bei allen anderen Veranstaltungen mit normalen Straßenschuhen betreten werden. Bei Rock-Konzerten genauso wie beim Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters, bei der alljährlichen Automesse und Dutzenden anderen Veranstaltungen. Denn die Arena hat, wie viele andere moderne Mehrzweckhallen auch, einen extrem widerstandsfähigen Boden: Auf einem Unterbau aus Beton ist eine Elastikschicht aus speziellem Schaumstoff ausgelegt, gefolgt von zwei Schichten Holzlastverteilerplatten. Die grünliche Oberfläche mit den Markierungen für verschiedenste Sportarten besteht aus einer robusten, besonders kratz- und wasserfesten Kunststoff-Beschichtung aus Polyurethan (PU). "Die Oberfläche ist so unempfindlich, dass ihr Straßenschuhe nichts anhaben können. Selbst auf den Boden gefallene, brennende Wunderkerzen hinterlassen kaum Spuren", sagt Wolfgang Esser, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft MVG, die die Arena betreibt.
Lediglich wenn mit sehr großen Lasten zu rechnen ist - zum Beispiel beim Bühnenaufbau für die Fernsehsendung "Verstehen Sie Spaß?" - muss daher ein zusätzlicher Holzboden ausgelegt werden. "Nicht, um die Oberfläche zu schützen, sondern um die Belastung auf eine größere Fläche zu verteilen und so eine zu hohe Punktbelastung auf die unteren Schichten des Hallenbodens zu vermeiden", erklärt Esser.
Unverwüstlich ist der Arena-Boden dennoch nicht. "Wir hatten bei der insgesamt großen Belastung durch Sport und Veranstaltungen beim Bau der Halle für den Boden eine Lebensdauer von zehn Jahren einkalkuliert", berichtet Esser. Ihr zehnjähriges Bestehen hat die Arena allerdings bereits 2013 gefeiert. "Also hält der Boden schon länger als gedacht", sagt Esser.
2016 soll allerdings Schluss sein. Im städtischen Haushalt sind rund 300 000 Euro für die Sanierung des Hallenbodens - mit komplett neuem Unteraufbau - eingeplant.
Da die Arena zu 100 Prozent der Stadt Trier gehört, muss diese auch komplett für die Sanierung des Hallenbodens aufkommen. Das bislang bekannte Finanzierungsloch für die Trierer Sportstätten vergrößert sich damit noch einmal. Denn der Sanierungsstau bei den Trierer Sportstätten ist immens. Drei große Sporthallen sind derzeit wegen Baufälligkeit geschlossen (Halle am Mäusheckerweg sowie die Hallen der Sportanlagen in Feyen und Trier-West). Weitere Sport-, Turn- und Gymnastikhallen sind dringend reparaturbedürftig. Der Investitionsstau liegt im zweistelligen Millionenbereich.