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Ein Stück China im Trierer Palastgarten

Trier. Die Trierer Illuminale steht dieses Jahr ganz im Zeichen der chinesischen Kultur. Die Baupläne für einen asiatischen Pavillon, der im Palastgarten ausgestellt werden soll, liefern Studenten der Hochschule.

Trier. Drei Monate lang hat die Studentin Natalie Heinz (26) an ihrem Pavillon-Prototyp für die Illuminale gearbeitet. "Ich habe zuerst ein kleineres Modell aus Papier gebastelt und dann immer weiter mit Verbindungen und Strukturen herumexperimentiert", erzählt sie. Bei der diesjährigen Illuminale am 26. September erhalten Studenten der Hochschule Trier die Möglichkeit, Baupläne für einen asiatischen Pavillon zu liefern, der im Innenhof des Kurfürstlichen Palais ausgestellt werden soll. Eines von 15 Modellen wird für die Konstruktion des begehbaren Rundbaus ausgewählt.
"Wir wollen asiatische Kultur mit dem europäischen Barock verknüpfen", erklärt Paula Giersch von der Tourismus und Marketing GMBH, die das Lichterfest in diesem Jahr veranstaltet. Lampions, Strahler und LEDs verwandeln die Stadt bei der alljährlichen Veranstaltung für eine Nacht in ein Meer aus Lichtern und Farben. Trier feiert am Tag darauf seine Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Xiamen. Das nehmen die Organisatoren zum Anlass, um die Illuminale 2014, in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Sinologie und dem Konfuzius-Institut, mit kulturellen Elementen aus dem Reich der Mitte zu verbinden.
Geplant sind neben Lichtprojektionen chinesischer Motive auch Auftritte von Tanz-und Musikgruppen aus China. "Die Hauptattraktion im Palastgarten wird der Pavillon sein", sagt Giersch.
Inspiriert von chinesischer Architektur sollen die Verbindungen in der Struktur des Pavillons nicht genagelt oder geklebt sein, sondern gesteckt. Die Studenten haben für die Lösung dieses Problems ganz unterschiedliche Ansätze.
Sie arbeiten mit verschiedenen Hölzern und gestalten völlig unterschiedliche Formen. "An der Hochschule hat man, anders als in der Wirtschaft, die Möglichkeit zu experimentieren und neue Ideen einzubringen", erklärt Peter Böhm (51) von der Schreinerinnung Trier. Schreinerbetriebe aus der Region werden später die Umsetzung des Baukonzepts übernehmen. "Was die Studenten bei diesem Projekt machen, ist nicht nur für sie Neuland. Sie arbeiten mit Programmen und digitalen Werkzeugen, die bisher noch kaum verwendet werden", erläutert Professor Martin Schroth (39) von der Trierer Hochschule.
Die Illuminale ist für den Campus eine willkommene Gelegenheit sich zu präsentieren. "Wir wollen zeigen, wie viel Kreativität und Innovation in Trier steckt", sagt Schroth. cha