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Ein Ticket für zwei Ausstellungen

Alle drei auf einmal: Die neuen Kombi-Tickets gibt es für Erwachsene, Kinder/Jugendliche und Familien.Foto: Roland Morgen
Alle drei auf einmal: Die neuen Kombi-Tickets gibt es für Erwachsene, Kinder/Jugendliche und Familien.Foto: Roland Morgen
TRIER. Für zwei mach eins: Das Bischöfliche Museum und die Dom-Schatzkammer bieten erstmals kombinierte Eintrittskarten für Erwachsene, Kinder/Jugendliche und Familien an. Gegenüber den Einzelticket-Preisen sparen die Käufer rund 20 Prozent. Von unserem Redakteur <br>ROLAND MORGEN

WennDomkustos Franz Ronig (75) von alten Zeiten erzählt, dann geräter ins Schwärmen: "Vor 20 Jahren kamen jährlich 80 000 Leute indie Domschatzkammer." Heute sind es noch 25 000, etwa ebensoviele wie im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum, das ebenfallsbereits bessere (Andrangs-) Zeiten erlebt hat. Die Besucherresonanz steht in krassem Gegensatz zur Bedeutung der Sammlungen. Beide verfügen über Ausstellungsstücke von internationalem Rang. Um sich wieder tiefer ins Publikums-Bewusstsein zu bringen, kooperieren Dom-Museum (Windstraße) und die 100 Meter Luftlinie entfernte Dom-Schatzkammer (hinter dem südlichen Seitenschiff) auf nahe liegende Weise: Sie bieten Kombi-Eintrittskarten an.

Durchaus sinnvoll. Denn wer sich für das Glanzstück des Museums, die in Jahrzehnte langer Arbeit aus 50 000 Bruchstücken zusammengesetzten konstantinischen Deckenmalereien, interessiert, der will auch die 1500 Jahre alte byzantinische Elfenbeintafel mit einer Reliquienprozession oder den Andreas-Tragaltar aus der Werkstatt des Trierer Erzbischofs Egbert (977-993) im Domschatz sehen. Künftig zahlt er nur einen Preis: 3 Euro für Erwachsene, 1,20 Euro für Kinder und 6,60 Euro für die Familie. Gegenüber den Einzeltickets, die Museum und Schatzkammer beibehalten, ergibt sich eine Ersparnis von rund 20 Prozent. Zum günstigeren Preis kommen weitere Vorteile: "Die Karte ist übertragbar und gilt zeitlich unbegrenzt. Man muss nicht Museum und Domschatz am gleichen Tag besuchen", erläutert Andrea Riesbeck (39), Leiterin der Dom-Information (Besucher- und Informationszentrum der Trierer Bischofskirche).

Die Kombi-Ticket-Idee ist nicht neu. Vor vielen Jahren ging die staatliche Schlösserverwaltung, die heutige Landesgesellschaft Burgen, Schlösser, Altertümer (BSA), mit erfolgreichem Beispiel voran und bot Sammel-Eintrittskarten für alle in ihrer Obhut stehenden Römerbauten in der Region an. Wie sein Schatzkammer-Kollege Franz Ronig verspricht sich Museums-Chef Winfried Weber (58) durch die Verbindung der beiden kirchlichen Ausstellungen mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch - ganz im Sinne des Papstes.

Die frühesten Zeugnisse heimischen Christentums

Johannes Paul II. hatte vor zwei Jahren seine Mannen weltweit ermuntert, "das beachtliche historisch-künstlerische Erbe der Kirche im pastoralen Bereich zur Geltung zu bringen" und "durch eine umfassende Heranführung an die Kunst- und Kulturschätze das kirchliche Leben widerzuspiegeln".

"Kirchliche Kunstwerke erzählen auf ihre Weise von der christlichen Botschaft", betont Winfried Weber. In diesem Sinne kommt den beiden Sammlungen in der Domstadt ein besonderer Stellenwert zu, denn ihre ältesten Exponate sind zugleich die frühesten Zeugnisse des Christentums auf deutschem Boden.

Die Kombi-Karten gibt es ab sofort am Eingang der Dom-Schatzkammer und an der Kasse

des Bischöflichen Museums.