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Einsatz in Weißrussland

Benötigt Unterstützung für ihr Hilfsprojekt in Weißrussland: Marie-France Eisner. TV-Foto: Heinz Kreil
Benötigt Unterstützung für ihr Hilfsprojekt in Weißrussland: Marie-France Eisner. TV-Foto: Heinz Kreil
Trier. Mit dem Verein Kanikuli, zu Deutsch Ferien, organisiert die Studentin Marie-France Eisner Sommer- und Wintercamps für behinderte Kinder und Erwachsene in der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Heinz Kreil

Trier. Etwas "Praktisches leisten" wollte Marie-France Eisner vor Beginn ihres Studiums - am liebsten im sozialen Bereich, am liebsten im Ausland. Die gebürtige Hannoveranerin studiert seit 2010 Germanistik und Spanisch an der Universität Trier. Menschen ganz nah

Sie entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Rahmen der Aktion Sühnezeichen. Ihr Einsatzort war ein Behindertenheim im weißrussischen Minsk. Dort lernte sie Mitglieder des Vereins Kanikuli kennen. Kanikuli wurde 2006 in Berlin von ehemaligen FSJlern gegründet und hat Mitglieder in ganz Deutschland. Die haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Behinderten, die in Weißrussland noch immer als geächtet gelten, wann immer es möglich und finanzierbar ist, aus ihrem überaus tristen Heimalltag herauszuholen. Seither reist Marie-France Eisner regelmäßig und auf eigene Kosten als Betreuerin in die Ferienlager nach Minsk. "Im Heim herrschen die berühmt-berüchtigten rumänischen Verhältnisse", weiß Eisner zu berichten. Die geistig oder körperlich behinderten Kinder und Erwachsenen würden einfach nur abgelegt und abgefüttert.Die strenge hierarchische Struktur erinnert an Sowjetzeiten. Und die Pflege dieser Hierarchie scheinen laut Eisner Oberarzt, Oberschwester und ihre jeweils Untergebenen als ihre Hauptaufgabe zu betrachten. "Meist sitzen sie herum und trinken Tee", erzählt sie. Dabei werde die Pflege der Patienten vernachlässigt. Die "eigentliche Arbeit" verrichten die sogenannten Sanitarki, Hilfskräfte, die auf der untersten Stufe des gesellschaftlichen Ansehens stehen. In 48-Stunden-Schichten "betreuen" zwei Sanitarki rund 50 Bewohner. "Denen rutscht auch schon mal die Hand aus", erzählt die Studentin. Und: "Als sie merkten, dass es auch ohne Schläge geht, schauten sie ziemlich verdutzt drein."Marie-France Eisner, die inzwischen auch Russisch spricht, geht mit den Kindern spazieren, malt, singt und kuschelt mit ihnen. Sie sagt: Familie, Freunde und Kommilitonen reagierten durchweg positiv und bewundernd auf ihr Engagement. Kanikuli finanziert sich durch Benefizveranstaltungen, Spenden und Patenschaften. Spendenkonto Kanikuli: Kontonummer: 4018459600,Bankleitzahl: 430 609 67,GLS Gemeinschaftsbank,E-Mail: marie-france.eisner@kanikuli-ev.dekanikuli-ev.de