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Benefizaktion
Eintracht Trier-Spieler Kevin Heinz läuft gegen den Krebs

Motiviert für den Spendenlauf: Kevin Heinz startet in Erinnerung an seinen Vater am 1. Juni in den österreichischen Alpen.
Motiviert für den Spendenlauf: Kevin Heinz startet in Erinnerung an seinen Vater am 1. Juni in den österreichischen Alpen. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Der Trierer Kevin Heinz startet einen Benefizlauf in den Bergen und sammelt Geld für jeden Kilometer. Damit erinnert er an seinen Vater, der an Krebs gestorben ist. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Wenn Kevin Heinz auf dem Fußballplatz sein Talent zeigt, ist ihm in der Regel höchstes Lob gewiss. Der Spieler von Eintracht Trier gilt als Leistungsträger des Teams. Doch es ist nicht nur Fußball, was dem 23-Jährigen wichtig ist. Mit einem Benefizlauf in den österreichischen Bergen will er am ersten Juni-Wochenende ein Zeichen setzen und möglichst viel Geld für die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz in Trier sammeln. Er wird dabei tatkräftig unterstützt von seinem Arbeitgeber, dem Fitnessstudio Bodystyle.

„Ich liebe die Berge“, sagt Heinz und weicht zunächst der Frage aus, warum er die Aktion für die Krebsgesellschaft gestartet hat. Über das Leiden und den Tod seines Vaters will er nicht sprechen. „Ich habe in den drei Jahren seiner Krankheit gesehen und erlebt, was Krebskranke durchmachen“, sagt er dann doch, „und wie gut und hilfreich die Unterstützung durch die Helferinnen und Helfer der Krebsgesellschaft ist. Das ist für mich der Antrieb, ebenfalls zumindest etwas zu helfen.“

 Es ist der „Hochkönigman-Run“, der es ihm angetan hat, ein Landschaftslauf in Maria Alm am Hochkönig-Massiv in den Alpen Österreichs. Nun ist eine Strecke von 24,5 Kilometern für einen auf kurze Sprints trainierten Fußballer alleine schon eine Herausforderung. Wenn dabei dann noch mehr als 1400 Höhenmeter zu überwinden sind, wird das für jeden Kicker in jedem Fall ein wirklich hartes Stück Quälerei.

Wie sich das anfühlt, weiß der junge Sportler. „Vor einem Jahr war ich schon einmal da. Ab Kilometer 16, puh, das war wirklich hart. Aber das Gefühl beim Zieleinlauf war einfach unglaublich.“ Kevin Heinz wäre kein Profisportler, wenn er nicht trotz aller Anstrengung auf die Zeit schauen würde. „3:08 Stunden ... Wenn ich mir dann die Siegerzeit ansehe ... Der war unfassbar schnell.“ Die 2:06:12 des Österreichers Bernhard Tritscher markieren allerdings auch die Bestzeit in allen der bisher drei Auflagen des Hochkönigman-Laufs, der für erfahrene Trailläufer auch als Variante über 85 Kilometer angeboten wird.

Da Kevin Heinz aber weiterhin in der Mannschaft von Eintracht Trier eine wichtige Rolle spielen will – seinen Vertrag hat er erst vor kurzem verlängert –, soll es bei seinem Benefizlauf bei knapp 25 Kilometern bleiben. „Ich hoffe, möglichst viele Menschen zu finden, die für jeden Kilometer einen Betrag auf das Konto der Krebsgesellschaft in Trier überweisen“, sagt Heinz, der sich seit einigen Wochen unter anderem auf dem Laufband im Fitnessstudio intensiv auf die Berge vorbereitet und bei Treppenläufen seine Oberschenkel und Waden zum Glühen bringt.

„Läufe in den Bergen mag ich wirklich sehr“, schwärmt der Fußballer auf Abwegen. „Ich kann mir vorstellen, das später noch häufiger zu machen.“ Doch nun gilt es zunächst, am 1. Juni den Hochkönig zu bewältigen. Kein Partner wird ihn auf der Strecke begleiten. Doch der Vater – das ist sicher – wird in Gedanken mit dabei sein.