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Freizeit
Eislaufbahn: Stadt Trier startet Vergabewettbewerb und prüft andere Standorte

Betreibt seit 2010 die Eislaufbahn auf dem Kornmarkt: Eric Naunheim.
Betreibt seit 2010 die Eislaufbahn auf dem Kornmarkt: Eric Naunheim. FOTO: Roland Morgen / Medienhaus Trierischer Volksfreund
Trier. Der künftige Betreiber der Trierer Eisbahn könnte ein anderer sein als der bisherige. Auch der Standort auf dem Kornmarkt ist nicht festgeschrieben. Die Stadt sucht Interessenten. Von Roland Morgen
Roland Morgen

Dieses Wochenende ist das letzte der Eislaufbahn auf dem Trierer Kornmarkt. Wenigstens für die Saison 2017/18, möglicherweise aber auch generell. Denn die Stadtverwaltung startet einen Vergabewettbewerb.

Gesucht wird ein Betreiber, der eine 350 bis 700 Quadratmeter große Eisbahn samt gastronomischer Infrastruktur anbietet, und das eben  nicht unbedingt wie gehabt auf dem Kornmarkt. „Wir können uns eine solche Anlage auch auf dem Viehmarkt oder auf dem Vorplatz der Konstantin-Basilika vorstellen“, erläutert der zuständige Dezernent Thomas Schmitt.

Und fügt hinzu: „Die Ausschreibung ist ausdrücklich kein Ausdruck von Unzufriedenheit mit dem bisherigen Betreiber. Aber wir wollen sehen, ob es auch andere Ideen und Interessenten gibt, Transparenz schaffen und dann vergaberechtlich sauber vorgehen. Ein ganz normales Verfahren.“ Es beginn am Mittwoch, 14. März.

Der bisherige Betreiber heißt Eric Naunheim. Der 51-jährige Kaufmann und Gastronom („Donna Mia“, „Louisiana“) ist Ende November 2010 mit einer 15 mal 25 Meter großen und damals noch gemieteten Anlage an den Start gegangen und ermöglichte seither alle Winter wieder das Schlittschuhvergnügen auf dem Kornmarkt. Mit dieser Saison läuft sein Vertrag mit der Stadt aus.

Naunheim kündigt an, sich wieder zu bewerben. Auch, weil er will, dass sein insgesamt rund eine halbe Million Euro schweres eigenes Equipment von der Glühweinbude über die Aggregate bis hin zur Eisbearbeitungsmaschine im Einsatz  bleibt. Er rechnet sich gute Chancen aus, den Zuschlag zu erhalten: „Ich bin der Pionier, weiß wie’s geht, und habe ein exzellentes Team.“

Allerdings kommt für ihn ausschließlich der Kornmarkt in Betracht: „Der Standort ist für mich Teil der Infrastruktur, da ich dort zwei Gaststätten betreibe und Synergieeffekte nutzen kann. Ein Beispiel: Im Casino gibt es behindertengerechte Toiletten, die – wie alles andere – auf dem Viehmarkt oder vor der Basilika erst aufgebaut werden müssten. Wenn andere dort ihr Glück versuchen wollen: bitteschön!“

Außerdem würde Naunheim gerne expandieren. An der Länge und Breite der bisherigen Eisfläche (375 Quadratmeter) lässt sich wegen der Rettungswege und Feuerwehrzufahrten nicht rütteln. Aber in Richtung Georgsbrunnen und Fleischstraße bestünde noch Erweiterungspotenzial: „Mir schwebt eine zwei Meter breite Brunnenumfahrung vor plus eine kleine separate Bahn für Eisstockschießen.

Auf Kufen um den Brunnen kurven – die  Idee ist nicht neu, stößt aber im Rathaus noch nicht auf Gegenliebe. Zum großen Unverständnis von Naunheim: „.Wir könnten das Denkmal illuminieren und wunderbar in Szene setzen. Das wäre ein großer Gewinn fürs winterliche Stadtbild.“

„Wir hören uns alles an“, verspricht Dezernent Thomas ­Schmitt, der eine Eislaufbahn für Trier als „Attraktion, die beibehalten werden soll“, bezeichnet. In der Frage, ob eine Saison drei Monate dauern soll, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Nauheim meint ja, Gastro-Kollege Nikos Tziorkas (51) vom Café-Restaurant Nikos plädiert dafür, dass „Ende Januar Schluss“ sein soll: „Spätestens zu Karneval sollte der Kornmarkt immer frei sein.“

Saison Nummer acht auf dem Kornmarkt geht an diesem Wochenende zu Ende. Bitte beachten: Am Sonntag stehen nur noch zwei Laufzeiten (10 bis 12.30 Uhr und 13 bis 15.30 Uhr) auf dem Programm. Anschließend beginnt das große Abtauen.

Informationen online unter: www.winterland-trier.de