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Religion
Leben, Liebe, Leidenschaft: Heilig-Rock-Tage in Trier (Fotos/Videos)

Gleich geht es los: Alex Paul und die Teilnehmer seiner Rallye: Das Geheimnis von Trier.
Gleich geht es los: Alex Paul und die Teilnehmer seiner Rallye: Das Geheimnis von Trier. FOTO: Klaus Kimmling
Trier. Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm eröffnen im Trierer Dom die bundesweite Woche für das Leben. Die Heilig-Rock-Tage dauern bis 22. April und sind gespickt mit Workshops und Musik. Von Verona Kerl
Verona Kerl

Kardinal Reinhard Marx schreitet bereits die Stufen vom Altar hinunter, als er einen gebrechlichen alten Mann auf seinem Rollator bemerkt. Ganz vorne in der ersten Reihe hat der Platz genommen und steht mühsam auf, als der Kardinal innehält. Marx drückt den Mann herzlich an sich und wechselt ein paar Worte mit ihm. Erst dann verlässt er mit Bischof Stephan Ackermann, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Christoph Pistorius, Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Superintendent Jörg Weber und Dechant Ralf Schmitz den Trierer Dom.

Kardinal Reinhard Marx (Vierter von links) und der Landesbsichof Heinrich Bedford-Strohm (Dritter von links) eröffnen im Trierer Dom die bundesweite ökumenische „Woche für das Leben“.
Kardinal Reinhard Marx (Vierter von links) und der Landesbsichof Heinrich Bedford-Strohm (Dritter von links) eröffnen im Trierer Dom die bundesweite ökumenische „Woche für das Leben“. FOTO: Klaus Kimmling

Über die Großartigkeit und Einmaligkeit des menschlichen Lebens hatte der Kardinal und Erzbischof von München und Freising zuvor eloquent gepredigt und sich darüber gefreut, wieder einmal in Trier zu sein. In dem ökumenischen Gottesdienst eröffnete er vor rund 800 Besuchern gemeinsam mit dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die bundesweite Aktion „Woche für das Leben“. Eine Woche, in der die beiden Kirchen das Thema Pränataldiagnostik, also Untersuchungen an ungeborenen Kindern und schwangeren Frauen, näher beleuchten wollen.

Behindert oder nicht behindert, jeder Mensch besitze vor Gott einen eigenen Wert, betonte Bedford-Strohm in der Eröffnungsrede. „Wir setzen uns ein für das Leben in allen Phasen“, macht auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann klar. Und so wirken an diesem Morgen behinderte Menschen aktiv beim Gottesdienst mit. Zwei Gebärdendolmetscherinnen übersetzen selbst die geistlichen Lieder, mit denen Singklassen der Grundschule am Dom und der Aufbauchor des Mädchenchors am Trierer Dom (Leitung Christina Elting) die Feier untermalen.

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Heilig Rock Tage in Trier FOTO:

Anschließend zerstreuen sich die Besucher. Viele strömen auf den Domfreihof, um dort am Begegnungstag für Menschen ohne und mit Behinderung aus Wohneinrichtungen und Pfarreien teilzunehmen, andere interessieren sich mehr für das Thema Frauen und Erwerbsarbeit in der digitalen und globalisierten Welt und schlendern zum Kasino am Kornmarkt.

Doch Kinder und Jugendliche zieht es magisch ins Angela-Merici-Gymnasium (AMG) in der Neustraße. 39 spannende Workshops stehen dort am Jugendtag der Heilig-Rock-Tage zur Auswahl: von Streetdance und Kochen über Airbrush-Tattoos und Grundlagen der Ersten Hilfe bis hin zu spannenden Stadtrallyes.

„Das Geheimnis von Trier“ will Alex Paul lüften. Für 15 Teilnehmer hat er die Rallye mit vielen versteckten Symbolen und Rätseln konzipiert. Angemeldet haben sich 30 Jugendliche, die er in fünf Einzelgruppen aufteilt. Per Handy-App geht es vor dem AMG los. Alex liest vor: „Zwei berühmte Menschen treffen sich im Schatten einer großen Halle. Ein Imperator und ein armer Mann.“ Ratlosigkeit. Dummerweise ist kein einziger Trierer in der Gruppe. „Martin Luther?“, fragt einer zaghaft? Bingo. Die Antwort ist richtig. Und der Imperator könnte Konstantin sein. Doch wo liegt der Platz? Philipp (13 Jahre) aus Eilscheid und Johannes (13 Jahre) aus Lauperath (Eifelkreis Bitburg-Prüm) laufen in Geschäfte, um zu fragen.

Mit einer groben Wegbeschreibung kommen sie zurück und dirigieren die Gruppe Richtung Konstantinbasilika, ohne so ganz genau zu wissen, wo die denn sein könnte. Dort wartet das nächste Rätsel. „Sucht die Steine, die die Geschichte des Platzes erzählen, und addiert die Zahlen.“ Während die Jungs in die Basilika rennen, überlegen die 16-jährige Anne aus Nalbach und die 19-jährige Magdalena aus Rehlingen im Saarland erst.

Einmal gründlich umschauen, und siehe da. Auf zwei Tafeln an den Säulen des Café Theo werden sie fündig. Jetzt ist Kopfrechnen angesagt: „7584?“. Genau! „Folgt nun der Fußspur Konstantins“, orakelt Alex und wendet sich Richtung Palastgarten. Die Teenager traben los, ohne genau zu wissen, was sie denn suchen. Insgesamt neun Rätsel müssen sie knacken, bevor sie am Ziel sind. Das, man ahnt es bereits, liegt im Trierer Dom, wo jeder ein Selfie mit der Heilig-Rock-Kapelle machen muss. Mit etwas Glück sind sie pünktlich zum Jugendgottesdienst am späten Nachmittag dort.

Das weitere Programm finden Sie unter www.heilig-rock-tage.de