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Ermittler stellen an Trierer Steilhang Absturz von Tanja Gräff nach - Aufwendige Rekonstruktion mit Dummies an roten Felsen - Auch Rechtsmediziner vor Ort

Ein Polizeiwagen parkt am Mittwochmorgen unterhalb des Sandsteinfelsens, an dem vor wenigen Wochen die Leiche von Tanja Gräff gefunden wurde.
Ein Polizeiwagen parkt am Mittwochmorgen unterhalb des Sandsteinfelsens, an dem vor wenigen Wochen die Leiche von Tanja Gräff gefunden wurde. FOTO: Rolf Seydewitz
Trier. Ermittler von Polizei und Bundeskriminalamt haben am Mittwoch den acht Jahre zurückliegenden Absturz der Trierer Studentin Tanja Gräff nachgestellt. Sie wollen die Stelle auf den roten Felsen lokalisieren, von der aus die 21-Jährige in die Tiefe gestürzt ist. Rolf Seydewitz


Der erste Dummy fällt um genau 9.50 Uhr in die Tiefe. Experten des Bundeskriminalamts haben der in Größe und Gewicht der verstorbenen Studentin ähnelnden Puppe zuvor am oberen Felsenrand einen Schubs gegeben. Ungefähr an dieser Stelle, 50 Meter tiefer, hatten vor einem Monat Waldarbeiter bei Rodungsarbeiten das Skelett von Tanja Gräff entdeckt . Der Fundort befindet sich in der Nähe eines Appartementhauses in unzugänglichem Gelände.

Von wo genau auf dem Felsenpfad ist Tanja Gräff in der Nacht ihres Verschwindens im Juni 2007 in die Tiefe gestürzt? Wurde die 21-Jährige hinuntergestoßen, oder war es vielleicht ein Unglücksfall? War Tanja Gräff schon tot, als sie fiel, oder starb die junge Frau durch den Sturz?

Das sind alles Fragen, auf die die Ermittler der Trierer Sonderkommission noch Antworten suchen.

Deshalb gab es in den vergangenen Tagen gleich mehrere, teils spektakuläre Polizeiaktionen. Etwa als in der Nacht zum Montag ein weiblicher Schrei simuliert wurde , wie ihn ein Zeuge am anderen Moselufer in der Nacht von Tanjas Verschwinden gehört haben will. Das Ergebnis dieses Experiments steht noch aus.

Auch bei der Aktion mit den Puppen war der Aufwand groß. 50 Beamte von Trierer Polizei, Bundeskriminalamt, der Bereitschaftspolizei und der Hubschrauberstaffel waren im Einsatz. Auch der Chef der Mainzer Rechtsmedizin, Reinhard Urban, war vor Ort. An seinem Institut werden die sterblichen Überreste Tanja Gräffs untersucht. Ob Urbans Untersuchungsergebnisse zu den Erkenntnissen der Sturzrekonstruktion passen, soll ebenfalls geklärt werden. Darüber will die Staatsanwaltschaft in einigen Tagen informieren.

Der erste Dummy, der am Mittwoch den Felsen hinuntergeworfen wurde, blieb übrigens in einem Baum hängen.

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Ermittler der Trierer Kripo und Spezialisten untersuchen am Mittwoch, unter welchen Umständen Tanja Gräff vom Sandsteinfelsen gestürzt sein könnte.
Ermittler der Trierer Kripo und Spezialisten untersuchen am Mittwoch, unter welchen Umständen Tanja Gräff vom Sandsteinfelsen gestürzt sein könnte. FOTO: Rolf Seydewitz