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Kommunalpolitik
Zwei Ex-Sozialdemokraten im liberalen Boot

 Frisch nominiert: die zehn Erstplatzierten der FDP-Stadtratsliste. Links Spitzenkandidat Tobias Schneider, Sechste von links Katharina Haßler. Ex-SPDler sind Jörg Holstein (rechts) und Melanie Breinig (vorn, mit Schal).
Frisch nominiert: die zehn Erstplatzierten der FDP-Stadtratsliste. Links Spitzenkandidat Tobias Schneider, Sechste von links Katharina Haßler. Ex-SPDler sind Jörg Holstein (rechts) und Melanie Breinig (vorn, mit Schal). FOTO: Roland Morgen
Trier. FDP Trier nominiert ihre Kandidaten für die Stadtratswahl. Die 60 Namen umfassende Liste birgt einige Überraschungen. Von Roland Morgen
Roland Morgen

Sehr selbstbewusst präsentierte sich das Spitzenpersonal der Trierer FDP beim Parteitag am Donnerstagabend im Robert-Schuman-Haus. Der offen zur Schau getragene Optimismus basiert vor allem auf einem Zulauf von einem politischen Mitbewerber. Unter den ersten zehn der insgesamt 60 nominierten Kandidaten für die Stadtratswahl am 26. Mai sind zwei ehemalige Sozialdemokraten. Auf Platz 6 Jörg Holstein (51), der vor zehn Jahren als Nachrücker bereits Stadtratsluft schnupperte und Vize-Ortsvorsteher von Euren war, und noch einen Rang davor Melanie Breinig (34). Beide machten deutlich, sich in ihrer alten politischen Heimat nicht mehr gut wohlgefühlt zu haben. Und beide rechnen sich gute Chancen auf ein Mandat aus.

Seit der Kommunalwahl 2014 sind die Liberalen nur mit zwei Mitgliedern im Stadtrat vertreten. In der Legislaturperiode davor (ab 2009) waren es noch vier. Auf eine Wunschanzahl von Mandaten für  die kommenden fünf Jahre will sich Partei- und Fraktionschef Tobias Schneider (33), der erneut und ohne Gegenstimme zum Spitzenkandidaten  gewählt wurde, nicht festnageln lassen. Als Ziel gibt er eine „deutliche Steigerung“ an.

Auch Ratsmitglied Nummer zwei, die nach dem überraschenden Tod von Martin Neuffer 2015 in den Rat nachgerückte Katharina Haßler, sieht die FDP im Aufwind und führt sich selbst als Paradebeispiel an: „Die Leute staunen, wenn sie erfahren, dass ich als Kneipenbedienung in der FDP bin, die doch die Partei der Rechtsanwälte und Apotheker sei. Das war sie vielleicht einmal. Jetzt nicht mehr.“ Die Liberalen seien wählbarer denn je, „auch weil wir Klartet sprechen. Ich zum Beispiel sage deutlich: Ich will Globus in Trier – und dass die Gewerbesteuer nach Trier fließt und nicht in den Landkreis.“ Lohn für de engagierten Auftritt vor 25 abstimmungsberechtigten Mitgliedern: einmütige Nominierung auf Listenplatz zwei.

Die Versammlung folgte ausnahmslos den Personalvorschlägen des Vorstandes. Kampfkandidaturen: Fehlanzeige. Schlussappell von Vormann Tobias Schneider an seine Parteifreunde: „Lasst uns Zukunftsmacher sein.“ Das Wahlprogramm wird bei einem Parteitag Anfang März verabschiedet.

Begonnen hatte das Liberalen-Treffen im Robert-Schuman-Haus mit Nachwahlen von Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands. Gewählt wurden: Dirk Eis (Schriftführer) sowie Bennet Hau und Nikolas Leube (Beisitzer).