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Feuer in Nord: Verdacht auf fahrlässige Brandstiftung

FOTO: (h_st )
Trier. Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Donnerstagabend 14 Menschen aus einem brennenden Haus in der Petrusstraße in Trier-Nord gerettet. Drei Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. Das Haus ist vom Einsturz bedroht. Die Polizei spricht von fahrlässiger Brandstiftung. Jörg Pistorius

Trier. Ein beißender Brandgeruch liegt am Freitagmorgen über Teilen des Paulinviertels in der Nähe der Porta Nigra. Die Petrusstraße ist komplett gesperrt. Vor einem der mehrstöckigen Wohnhäuser stehen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr. Die Leiter ist ausgefahren, zwei Einsatzkräfte arbeiten auf dem Dach. Der Ausbruch des Feuers liegt zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als zwölf Stunden zurück, dennoch ist der Einsatz der Rettungskräfte noch nicht beendet. Denn das Haus, in dessen Dachgeschosswohnung der Brand begonnen hat, ist einsturzgefährdet. Niemand darf es betreten, auch nicht die Brandermittler der Kripo.Die Suche nach der Ursache des Brandes läuft dennoch. Die Polizei hat einen Verdacht, der offenbar derart stabil ist, dass Präsidiumssprecherin Sabine Bamberg ihn öffentlich macht: "Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen kann die Polizei eine fahrlässige Brandstiftung nicht ausschließen." Das heißt: Zurzeit glauben die Ermittler, dass einer der Bewohner oder ein Besucher des Hauses das Feuer durch ein Versehen oder eine unbedachte Aktion verursacht hat. Doch noch ist das nur ein Verdacht.Die Anwohner des zerstörten Hauses warten auf die Klärung der Frage, ob ihre Wohnungen noch zu retten sind. Noch kann niemand diese Frage beantworten. Sowohl Feuerwehr als auch Polizei bestätigen die Einsturzgefahr. Die Bewohner sind nach ihrer Rettung bei Freunden oder in Hotels untergekommen. Die Stadt Trier musste nicht helfen. "Das Sozialamt wurde in diesem Fall nicht eingeschaltet", sagt Hans-Günther Lanfer, Pressesprecher der Stadt Trier, am Freitagmorgen. "Das wäre nur dann der Fall, wenn die Bewohner oder deren Vermieter keine finanziellen und organisatorischen Mittel haben, eine Unterkunft zu gewährleisten. Die Feuerwehr regelt diese Frage vor Ort."Die Aufmerksamkeit von Augenzeugen hat zusammen mit der schnellen und souveränen Reaktion der Trierer Feuerwehr wohl Schlimmeres verhindert. Kurz nach 20.30 Uhr am Donnerstagabend sehen die Zeugen die Rauchschwaden im Dachgeschoss des Hauses in der Petrusstraße und alarmieren sofort die Berufsfeuerwehr. Als die ersten Wehrleute eintreffen, dringt bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Die Bewohner versuchen selbst, den Brand zu löschen, schaffen es aber nicht.Einsatzleiter Thomas Reinholz und seine Kollegen von beiden Wachen der Berufsfeuerwehr und von den ebenfalls alarmierten Löschzügen Kürenz und Olewig bringen 14 Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch in dem brennenden Gebäude aufhalten, durch das Treppenhaus ins Freie. Drei werden mit einem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Trierer Krankenhaus gebracht. Mittlerweile sind insgesamt 60 Feuerwehrleute und Rettungskräfte vor Ort im Einsatz. Die Flamme greifen auf den gesamten Dachstuhl über. Statische Probleme im Haus erschweren laut Reinholz die Arbeit der Feuerwehr. Die Brandbekämpfer müssen das Feuer deshalb vor allem von außen über zwei Drehleitern angreifen. Auch die beiden Nachbarhäuser müssen wegen der Einsturzgefahr vorübergehend geräumt werden. Während dieses Einsatzes muss die Feuerwehr auch zu einem Gartenhausbrand in Trier-Zewen ausrücken und eine ausgelöste Brandmeldeanlage in der Afa Dasbachstraße kontrollieren - hier ist es ein Fehlalarm.Szenen des Einsatzes untervolksfreund.de/video

Dichte Rauchschwaden dringen am Donnerstagabend aus dem Dachstuhl des Mehrfamilienhauses in der Petrusstraße. TV-Fotos (3): Agentur Siko
Dichte Rauchschwaden dringen am Donnerstagabend aus dem Dachstuhl des Mehrfamilienhauses in der Petrusstraße. TV-Fotos (3): Agentur Siko FOTO: (h_st )
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