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Feuerwehrautos statt Panzer testen

Trier. Dagegen, dass in Trier weiterhin Kampfpanzer von der Bundeswehr getestet werden, spricht sich die Trierer Arbeitsgemeinschaft Frieden (AGF) aus. "Obwohl der Export von Leopard-2-Kampfpanzern nach Saudi-Arabien und in andere Krisenregionen in der Öffentlichkeit auf heftige Ablehnung stößt, lassen Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall (deutsche Rüstungsfirmen, Anm.

der Red.) ihre Panzer in Trier bei der Wehrtechnischen Dienststelle 41 testen", kritisiert AGF-Sprecher Markus Pflüger. Die AGF ist Mitglied der bundesweiten Kampagne "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!". Träger der Kampagne sind mehr als ein Dutzend namhafte Organisationen, unter anderem Misereor, die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi und Brot für die Welt. Das Bündnis spricht sich gegen den Export von Waffen und Rüstungsgütern aus.
Der TV hatte Ende November berichtet, dass die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) der Bundeswehr auf dem Trierer Grüneberg als Dienstleister für die private Rüstungsindustrie unter anderem Kampfpanzer testet. Medienberichten zufolge hat der Sicherheitsrat der Bundesregierung im Sommer zugestimmt, dass Krauss-Maffei Wegmann mehr als 200 Leo-2-Kampfpanzer nach Saudi-Arabien verkaufen darf.
Die Trierer Arbeitsgemeinschaft Frieden fordert nun von der Wehrtechnischen Dienststelle, "statt Waffen der Rüstungsindustrie zu testen, jetzt Konversionsideen zu entwickeln - zum Beispiel als ziviler Dienstleister und Tester von Fahrzeugen für Feuerwehr, Katastrophenschutz und öffentlichen Personenverkehr". Auch Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, Mitbegründer der AGF, ist für eine zivile Nutzung der WTD. woc