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Literatur
Mischa Martinis neuer Roman: Ein Einblick in eine hochspannende Zeit der Trierer Geschichte

Mischa Martini stellt sein neues Buch vor: „Fischers Mathes und die Revolution“ ist der erste historische Roman des Trierer Krimiautors. TV-Foto: Frederike Krist
Mischa Martini stellt sein neues Buch vor: „Fischers Mathes und die Revolution“ ist der erste historische Roman des Trierer Krimiautors. TV-Foto: Frederike Krist FOTO: Frederike Krist / Trierischer Volksfreund
Trier. Mischa Martini erzählt Lokalgeschichte neu: In seinem aktuellen Roman erlebt „Fischers Mathes“ die Revolution von 1848 in Trier.

Normalerweise sind seine Hauptfiguren den Räubern und Ganoven der Moselregion auf der Spur. Dieses Mal stehen ein historisches Ereignis und die Persönlichkeit des Protagonisten im Fokus der Erzählung. „Fischers Mathes und die Revolution“ ist ein Roman für alle geschichtsinteressierten Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren, empfiehlt Autor Mischa Martini.

Das Buch: Der Inhalt des Buches ist präzise recherchiert, zu 80 Prozent basiert es nach Aussage des Autors auf wahren Begebenheiten. Und das kostet Zeit: Drei Jahre lang arbeitete Mischa Martini an seinem Roman. Im Oktober dieses Jahres ist er schließlich im Verlag Weyand (Trier) erschienen. Das Buch umfasst 264 Seiten und kostet 10,95 Euro. Kaufen kann man es in allen Trierer Buchhandlungen und unter www.volksfreund-shop.de

Die Geschichte: Im Mittelpunkt der Romanhandlung steht die Revolution von 1848 in Trier aus der Sicht des Trierer Originals Fischers Mathes. Doch bei allen politischen und historischen Ereignissen kommen die alltäglichen Geschichten der Hauptfigur nicht zu kurz. Wer tief in die Erzählung eintaucht, lernt Mathes richtig kennen: Er war viel mehr als bloß der Witzerzähler, für den er in die Trierer Lokalgeschichte eingegangen ist. Seinen Kindheitstraum, Wissenschaftler zu werden, musste er aufgeben. Bildung war ein Luxus, den sich seine Familie nicht leisten konnte. Auf seinem Weg vom Kind zum Erwachsenen traf er außerdem viele andere wichtige Trierer Persönlichkeiten wie Karl Marx, Jenny von Westfalen und Johann Hugo Wyttenbach.

Der Autor: „Fischers Mathes und die Revolution“ ist Mischa Martinis erster historischer Roman. Aus seiner Feder stammen 14 Moselkrimis rund um den Protagonisten und Ermittler Waldemar Bock, außerdem die Kriminalkomödie „Mörderische Auslese“, die schon auf mehr als 100 deutschen Bühnen aufgeführt wurde. Der Autor ist 1956 geboren und lebt in der Nähe von Trier. 2001 wurde er für „Nordfälle“, den ersten Krimistadtschreiberpreis in Deutschland, nominiert.

Leseprobe: Gegen Abend schlang sich Mathes den Kopfverband zusätzlich auch über Stirn und Ohren. Zu der Schlinge, in der sein rechter Arm gebettet war, gesellte sich eine uralte Krücke mit Achselstützen, die so viele Jahrzehnte auf dem Speicher gestanden hatte, dass niemand mehr wusste, woher sie stammte. Sie war etwas zu niedrig für seine Größe. Die daraus resultierende Schiefhaltung betonte den dramatischen Umfang seiner Verletzung. Auf die Krücke gestützt, humpelte Mathes erst über die Brot- und Grabenstraße zum Markt und von dort am Dom und an Liebfrauen vorbei zurück zur Weberbach. Auf diesem Umweg genoss er jeden erschrockenen Blick, jeden offenen Mund, jedes Getuschel, jede vor den Mund gepresste Hand.

Info: Mischa Martini liest am Samstag, 9. Dezember, in der Buchhandlung Mayersche Interbook in Trier aus seinem neuen Roman. Lesung und Signierstunde beginnen um 11.30 Uhr.