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Fastnacht
Fit für die Bütt: TV verlost Buch mit Tipps für Karnevalisten

Eigentlich ist Marco Ringel Leiter des Staatlichen Studienseminars für das Lehramt an Realschulen plus in Trier, außerdem Autor zahlreicher Fach- und Schulbücher. Sein Herz schlägt aber auch für die Bütt.
Eigentlich ist Marco Ringel Leiter des Staatlichen Studienseminars für das Lehramt an Realschulen plus in Trier, außerdem Autor zahlreicher Fach- und Schulbücher. Sein Herz schlägt aber auch für die Bütt. FOTO: Karin Pütz / TV
Trier. Marco Ringel gibt in seinem Buch Tipps für Bühnen-Karnevalisten. Zwei TV-Leser können den Ratgeber gewinnen. Von Karin Pütz

Büttenreden halten – eine Kunst für sich. Marco Ringel aus Trier weiß, wie’s geht und gibt sein Wissen gerne weiter: in Seminaren, aber auch in seinem Buch „Fit für die Bütt“.

Herr Ringel, offenbar gibt es eine Marktlücke, was Fachbücher zum Thema Karneval betrifft.

Ringel: In der Tat habe ich bisher nicht viel zu diesem Thema entdecken können. Dabei ist der Bedarf an Coaching bei Prinzenpaaren, Sitzungspräsidenten und Büttenrednern groß.

Haben Sie konkrete Tipps für TV- Leser, die auf der karnevalistischen
Bühne punkten wollen?

Ringel: Das Wichtigste ist, dass man authentisch bleibt, selbst wenn man in eine Rolle schlüpft. Der Zuschauer muss spüren, dass da jemand mit viel Energie und Herzblut steht. Der häufigste Fehler ist der, dass man meint, mit der Fertigstellung der Büttenrede ist die Vorbereitung zum Auftritt schon vorbei. Aber das Timing, die Gesten und die Körperhaltung sind das Wichtigste. Eine gute Rede, die schlecht vorgetragen wird, ist schlimmer als eine schlechte Rede, die richtig gut präsentiert wird. Am besten übt man das zu Hause vor einer zweiten Person, die als ,Regisseur’ ehrliches Feedback gibt.

Kommt es nicht vor allem auf Talent an?

Ringel: Das ist nur ein Faktor – ganz viel kann man mit Technik wettmachen. Jeder Mensch hat ein Talent, das gar nichts mit Karneval zu tun haben muss. Das kann man trotzdem für seinen Bühnenvortrag nutzen. Gesang, Zauberei, Beherrschen von Dialekten – all diese Dinge kann man einbringen.

Wer kann aus Ihrem Buch lernen?

Ringel: Es ist für Anfänger und Bühnenprofis geeignet. Ich zeige Techniken auf, nenne Beispiele und erkläre, worauf es bei Witzen und Reden ankommt. Das Schreiben einer Büttenrede wird thematisiert, Techniken zum Abbau von Lampenfieber, Steigerung der Spontanität, Körpersprache und Reimformen. Auch alte Hasen finden noch etwas Neues, das sie nutzen können.

,Affentrommel’, ,Gedankenbilder’ und ,Tabus einer gereimten Büttenrede’ sind nur einige der zahlreichen Überschriften. Kann man das alles noch für die aktuelle Session durcharbeiten?

Ringel: Da das Buch nicht Kapitel für Kapitel aufeinander aufbaut, kann man sich die Dinge heraussuchen, die für einen selbst wichtig sind. Eine Prinzessin braucht andere Tipps als ein Büttenredner oder ein Sitzungspräsident. Durch die eingebrachten Erfahrungen aus den Seminaren gibt es viele Aha-Erlebnisse, weil man sich in einigen Situationen wiedererkennt und so lernt, Fehler zu vermeiden.

Was fühlen Sie, wenn Sie Menschen auf der Karnevalsbühne sehen, die offensichtlich alles falsch machen?

Ringel: Das tut mir persönlich dann immer leid. Ich denke, dass es nicht sein muss, Potenzial zu verschenken. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die eine große Wirkung erzielen.

Apropos verschenken: Was können Volksfreund-Leser tun, die gerne ein Exemplar Ihres Buches hätten?

Ringel: Entweder in die Buchhandlung gehen und es kaufen oder sie schicken eine selbstgeschriebene Mini-Büttenrede an den Volksfreund (trier@volksfreund.de). Die beiden besten Schreiber bekommen je ein Buch geschenkt.

⇥Karin Pütz