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Flächennutzungsplanung für Brubacher Hof abgelehnt

Trier-Mariahof. Die Planung hat sich nur geringfügig geändert - das Votum überhaupt nicht. Bereits im vergangenen Jahr hat die Verwaltung eine 40 Hektar große Fläche zwischen Mariahof und dem Brubacher Hof als künftiges Wohnbaugebiet für den Flächennutzungsplan (FNP) 2025 vorgesehen. Nun sprach sich der Ortsbeirat Mariahof gegen den Vorentwurf aus.

Trier-Mariahof. "Wir lehnen den Vorentwurf ab!" Die Bedenken gegen die Ausweisung eines Baugebiets zwischen Mariahof und Brubacher Hof seien größer als die Chancen, begründet Jutta Albrecht für die CDU. Die bestehenden Strukturen werden erheblich eingeschränkt, der "Alt-ort" benachteiligt, befürchtet sie. "Es ist schon auffällig, dass die Größe des Gebietes das einzig schlagende Element ist, das für eine Erschließung spricht." Auch Jörg Hahn (WG Lehmann) steht dem Entwurf des FNP ablehnend gegenüber.
Rund 40 Hektar Fläche, das entspricht etwa den Baugebieten BU 11, 12, 13 und 14 in Tarforst und Filsch zusammen sowie annähernd der Gartenstadt Mariahof (44,8 Hektar), will die Stadt in den kommenden Jahren beim Brubacher Hof für Wohnbebauung entwickeln.
"Erhebliche Vorteile"


"Wir benötigen insgesamt 120 bis 125 Hektar Wohnbauland", informiert Stefan Leist vom Stadtplanungsamt in der Sitzung des Ortsbeirats Mariahof im Stadtteiltreff. Der Vorentwurf beinhaltet in etwa das Gebiet, das im August 2012 dem Ortsbeirat präsentiert wurde (der TV berichtete), an den Rändern sei die Fläche geringfügig zurückgenommen worden.
Die Planung bringe "erhebliche Vorteile für den Stadtteil Mariahof", so Leist, durch die "Stärkung der bestehenden Infrastruktur" in fußläufiger Entfernung. Beim "Stichwort Ladenzeile" erntet er Gelächter vonseiten des Ortsbeirats. "Dass jemand zu Fuß ins blühende Ladenzentrum geht, ist relativ unrealistisch", kontert Albrecht. Sie gehe davon aus, dass die Neubürger ins Einkaufszentrum Heiligkreuz fahren. Ortsvorsteherin Maria Marx und weitere Bürger hätten sich seit langem bemüht, neue Pächter für die Läden zu finden - vergeblich.
Bedenken nicht berücksichtigt


"Es ist utopisch zu glauben, dass es hier oben noch einmal Geschäfte gibt." Leist informiert, dass es Anfragen von Discountern gebe, insbesondere für das neue Baugebiet. "Uns geht es darum, das Zentrum zu erhalten."
Begoña Hermann (SPD) befürwortet die Planungen und gibt zu bedenken, dass der Ortsbeirat über sein Gebiet hinaus die Belange der Gesamtstadt berücksichtigen müsse, die Wohnraum benötigt. "Wir sollten die Entwicklungschancen sehen." Etwa für die Grundschule Mariahof. Dem widerspricht Jürgen Plunien (CDU): "Die Grundschule wird dem Ansturm nicht standhalten." Er befürchte, dass ein Neubau am Wolfsberg notwendig werde. "Das sehen wir als Risiko."
Auch gebe es keine Lösung für das Verkehrsproblem. Leists Vorschlag, eine Straße zur Weismark zu bauen, habe die Stadt als Lachnummer abgetan, sagt Bernd Lehmann (WG Lehmann). Das Baugebiet soll weiterhin verkehrlich über die einzig bestehende Straße nach Heiligkreuz angebunden werden.
"Das ist ein Fehler, den die Stadt in Kürenz schon gemacht hat", kritisiert Plunien. "Den müssen wir nicht noch einmal machen." Insgesamt bemängelt der Ortsbeirat, dass seine Bedenken, die er bei der ersten Vorlage des FNP geäußert habe, nicht berücksichtigt worden seien. Plunien: "Wir sind kein Stück weiter als in der Vorlage vom vergangenen Jahr." mehi