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Flötentöne und der Atem der Lokomotive

Haben schon vor 5000 Menschen gespielt: Die Trierer Band Thick As A Brick mit (von links) James Sexton (Gesang, Gitarre), Manuel Biwer (Gitarre), Till Marx (Bass), Sven Thiedecke (Keyboards), Christoph Marx (Flöte) und Daniel Thull (Schlagzeug). Foto: Privat
Haben schon vor 5000 Menschen gespielt: Die Trierer Band Thick As A Brick mit (von links) James Sexton (Gesang, Gitarre), Manuel Biwer (Gitarre), Till Marx (Bass), Sven Thiedecke (Keyboards), Christoph Marx (Flöte) und Daniel Thull (Schlagzeug). Foto: Privat FOTO: (h_st )
Trier. Jethro Tull steht wie keine andere Band für eine Mischung aus progressiver Rockmusik und Querflötenmelodien. Die Trierer Tribute-Band Thick As A Brick hat sich also kein einfaches Original ausgesucht. In Deutschland ist sie die einzige Gruppe, die die Musik aus der Feder von Ian Anderson auf die Bühne bringt. Nathalie Hartl

Trier. Thick As A Brick ist ein Jethro-Tull-Album aus dem Jahr 1972, dessen Titel im Deutschen etwa mit der Redensart "dumm wie Stroh" übersetzt werden kann.
Angesichts der Komplexität der Musik der weltbekannten englischen Progressivrock Band mutet es fast ironisch an, dass sich die Trierer Cover-Band ausgerechnet diesen Namen ausgesucht hat. Doch der Name soll auf das Repertoire des Sextetts verweisen, das hauptsächlich frühe Jethro-Tull-Veröffentlichungen der 70er Jahre abdeckt.
Schlagzeug aus den 70ern


Dabei achten Tick As A Brick besonders auf einen authentischen Klang. "Wir tüfteln viel am Sound", sagt Schlagzeuger Daniel Thull, der den Rhythmus auf einem alten Instrument von 1973 angibt. Der leicht dumpfe Vintage-Sound kommt gut an. "Wir haben das Gefühl, dass im Moment eine Retrowelle vorhanden ist. Die Leute haben Lust auf handgemachte Musik."
Auch in der jüngeren Generation finden sich wieder vermehrt Fans der kultigen Rockband, deren größten Hit Locomotive Breath ("Der Atem der Lokomotive") wohl jeder kennt.
Bei den Konzerten von Thick As A Brick wird oft mitgesungen. Besonders auf kleineren Clubshows sitzt der Text beim Publikum. Mit dem Engländer James Sexton, der zu Jahresanfang dazu stieß, steht nun ein Muttersprachler am Mikrofon. "James hat den Inhalt der Texte einfach vor Augen und kann die blumige Sprache dadurch besser herüberbringen", meint Keyboarder Sven Thiedeke.
Dabei ist der Gesang nur eines der Highlights der Gruppe. Besonders hervorstechend ist die Flötenakrobatik, hinter der Christoph Marx steht. "Technisch ist das ganz anders als beim klassischen Flötenspiel", sagt Marx. "Manchmal werden Töne beim Spielen mitgesungen, so dass die Flöte ein bisschen wie eine E-Gitarre klingt."
Die Musik der Trierer kommt nicht nur bei absoluten Jethro-Tull-Fans gut an. Im letzten Sommer konnte die Band 5000 Menschen auf einem Festival in Bremerhaven begeistern. "Wir haben dort an einem alten Hafen gespielt und hatten den Sonnenuntergang im Rücken", kommentiert Thull seinen Bandhöhepunkt.
Für dieses Jahr plant die Gruppe neben einigen Auftritten auch ein erneutes Zusammentreffen mit einer italienischen Tribute-Band. "Nachdem wir zu Besuch in Turin waren, wollen wir die Italiener wieder zu uns einladen." Damit wird es auch in diesem Jahr wieder ein ganz besonderes Erlebnis für Thick As A Brick geben.
Mehr Infos und weitere Termine unter: <%LINK auto="true" href="http://www.thick-as-a-brick.de" class="more" text="www.thick-as-a-brick.de"%> , Facebook: Thick As A Brick