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Frauenpower von null bis 89

Eingeschworener Frauenclan: Daniela Heinen (von links), Elke Simon, Lina Heinen, Elfriede Cillien und Helene Baden.. TV-Foto: Gabriela Böhm
Eingeschworener Frauenclan: Daniela Heinen (von links), Elke Simon, Lina Heinen, Elfriede Cillien und Helene Baden.. TV-Foto: Gabriela Böhm
"So sollte es sein", findet die Fünf-Frauen-Gemeinschaft. Über fünf Generationen halten die Frauen zusammen, von dem Ur-Urenkelchen bis zur Ur-Ur-Oma. Von unserer Mitarbeiterin Gabriela Böhm

Mertesdorf/Trier. Zu Besuch in Mertesdorf, bei Daniela Heinen. Die 25-jährige Arzthelferin hat vor sieben Wochen ihr Baby bekommen. Die kleine Lina schläft friedlich - in den Armen von Elke Simon, ihrer Mutter und Linas Großmutter. So ganz nach Großmutter sieht Elke Simon (46) freilich nicht aus. Aber das jugendliche Aussehen der Frauen in der Familie scheint wohl eine Sache der Gene zu sein. Oder die Folge harmonischen Zusammenlebens. Denn die fünf Frauen treffen sich regelmäßig, helfen einander, sind füreinander da. "Einer ist für den anderen da, wir verstehen uns gut", sagt Simon. Trotz ihrer Berufstätigkeit sehe man sich fast täglich."Wenn nicht, hört man sich", weist sie auf die regelmäßigen zusätzlichen telefonischen Kontakte hin. Sie wohnt im Weidengraben, Treffen von Simon und Heinen - mal Tochter und Enkelchen bei Oma, mal Oma bei Enkelchen und Tochter - sind Alltag. Ob man sich da nicht mal auf den Geist geht? Schweigen in der Runde. "Nee", heißt es dann fast verständnislos. Die Treffen finden auch regelmäßig mit Ur-Oma Elfriede Cillien (63) in Gutweiler statt. Denn dort wohnt auch Ur-Ur-Oma Helene Baden (89). Elfriede Cillien hilft ihrer Mutter beim Waschen und Kochen, und sie gehen gemeinsam spazieren. Zum Rasenmähen, und nicht nur dafür, kommt Tochter und Enkelin Elke Simon. "So sollte es sein", erklären die Frauen den familiären Zusammenhalt, während Helene Baden besorgt fühlt, ob ihre Ur-Ur-Enkelin kalte Füße hat. Meinungsverschiedenheiten gebe es nicht, erklären die Frauen, deren Männer mit dem engen Zusammenhalt gleichfalls zufrieden seien. Das glaubt die TV-Berichterstatterin gerne angesichts der familiären Geschlossenheit ihr gegenüber. Was man denn so gemeinsam zu bereden habe? Wieder langes Nachdenken. "Was sagt man da?", rätseln sie. Und schließlich die Antwort: "Über alles." Es ist die Normalität des Alltags, für die Frauen selbstverständlich, täglich füreinander da zu sein. Die kleine Lina schläft friedlich in der Geborgenheit ihrer weiblichen Betreuung. "Goldig!", strahlt ihre Ur-Ur-Oma beim Fotografieren und drückt dem Baby einen Kuß auf die Stirn.