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"Freck langsam" toppt Harry Potter

Heiß begehrt: Broadway-Chef Dirk Ziesenhenne mit dem „Freck langsam“-Originalplakat. Derzeit wird es für einen guten Zweck versteigert. TV-Foto: Hans-Peter Linz
Heiß begehrt: Broadway-Chef Dirk Ziesenhenne mit dem „Freck langsam“-Originalplakat. Derzeit wird es für einen guten Zweck versteigert. TV-Foto: Hans-Peter Linz
Ein Amateurfilm in Mundart hat in großen Kinos normalerweise keine Chancen. Die Produktion "Freck langsam" beweist jedoch das Gegenteil. In nur drei Wochen hat der Film schon 7000 Besucher ins Trierer Broadway-Kino gezogen. Eine DVD mit deutschen Untertiteln ist in Vorbereitung. Von unserem Redakteur Hans-Peter Linz

Trier. "Das habe ich nicht erwartet," sagt Broadway-Chef Dirk Ziesenhenne. Selbst zur Frühvorstellung unter der Woche, an einem Mittwochmorgen um 10 Uhr, ist das Kino ausverkauft. Die Nachfrage nach der Trierer Mundart-Krimikomödie "Freck langsam" ist ungebrochen. Allerdings gibt es nun eine Pause.

"Bislang war der Film nur für Zuschauer ab 18 Jahren freigegeben", erläutert Ziesenhenne. Solange ein Film nicht bei der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) vorgelegt worden ist, darf er nur Erwachsenen gezeigt werden. Erst nach einer Altersfreigabe der FSK können auch Kinder oder Jugendliche einen Film anschauen. Nun liegt "Freck langsam" zur begutachtung bei der FSK vor. "Ich hoffe, dass wir in spätestens vier Wochen Bescheid erhalten," sagt Ziesenhenne. Dann kann der Film wieder gezeigt werden - was gar nicht so einfach ist. "Ich habe Verträge mit den anderen Verleihern zu erfüllen," erläutert Ziesenhenne die Situation.

Dass ihm ausgerechnet ein Amateurfilm das Programm durcheinander werfe, das wollten ihm Film-Verleiher und Kino-Kollegen nicht so recht glauben. Aber die Zahlen geben ihm Recht. "Freck langsam" liegt mit bislang 7000 Besuchern (56 Vorstellungen) in Ziesenhennes Fünf-Jahres-Statistik auf Platz zwei hinter "Willkommen bei den Sch'tis", einer französischen Komödie, und noch vor dem letzten Harry Potter, der 5000 Besucher ins Kino zog. Auch Filmemacher Michael Schu ist von dem großen Erfolg überrascht. "Ich war bei drei Vorführungen. Die Leute haben geklatscht, als ich reinkam - das habe ich noch nicht erlebt," freut sich der hauptberufliche Feuerwehrmann, der verrät, dass es auch bald eine DVD zum Film gibt, mit Specials und hochdeutschen Untertiteln.

Was für Leute schauen sich nun "Freck langsam" an? Ziesenhenne vermutet, dass die Trierer es ohnehin mögen, wenn sich jemand mit ihrer Heimat auseinander setzt: "In dem Film spielen 70 Leute aus Trier mit - das zieht schon einige Fans nach sich. Das Publikum ist querbeet gemischt." Sobald die FSK-Freigabe erfolgt ist, will Ziesenhenne "Freck langsam" wieder ins Programm nehmen. Und dann hat auch Harry Potter eine Chance auf Revanche, denn "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" startet am 17. November.