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Stadtteile
Freud und Leid in Trier-West

Das ehemalige Kasernengebäude in der Gneisenaustraße 33-37 in Trier-West wird saniert.
Das ehemalige Kasernengebäude in der Gneisenaustraße 33-37 in Trier-West wird saniert. FOTO: Friedemann Vetter
Trier-West/Pallien. Im Gneisenaubering tut sich endlich etwas. Aber der Ortsbeirat wünscht sich dringend mehr und vor allem schnellere Informationen von der Stadtverwaltung. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

So wirklich trauen die Mitglieder des Ortsbeirats Trier-West/Pallien der Sache nicht. Sie freuen sich zwar darüber, dass sich im Gneisenauviertel nun endlich auch sichtbar etwas  tut. Darauf, dass die Außenwände des maroden, aber unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes an der Gneisenaustraße wirklich die Entkernungs- und Sicherungsarbeiten ohne Einbußen der Höhe überstehen, würden zumindest einige Mitglieder des Gremiums nicht wetten. Das Mauerwerk bröckele seit dem Beginn der Arbeiten doch erheblich.

„Wir sind froh, dass sich da etwas tut“, sagt Ortsvorsteher Horst Erasmy, „Aber ein Dach kann eben erst am Ende wieder auf das Gebäude kommen.“ Auch die Nachricht von den Förderbescheiden für den Umbau des Gebäudes für den Kinder- und Jugendtreff Bauspielplatz und die neue Zweifeld-Turnhalle auf der Bezirkssportanlage (TV vom 16. November)  sieht er positiv. Wenig begeistert ist Erasmy allerdings von den nach seiner Ansicht in der Regel viel zu schleppenden Antworten der Stadtverwaltung auf die Anfragen des Ortsbeirats. „Es kann doch nicht sein, dass wir eine Anfrage zur gesperrten Himmelsleiter stellen, keine Antwort bekommen und dann im Stadtrat auf eine ähnliche Anfrage der AfD umfassend Stellung genommen wird.“

Generell lasse sich die Stadtverwaltung bei der Rückmeldung auf Anfragen aus Trier-West mehr Zeit als die laut Gemeindeordnung vorgesehenen maximal sechs Wochen. „Wenn überhaupt eine Antwort kommt.“ Erasmy: „Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun. Man ignoriert uns einfach.“ Als Beleg führt er in der Sitzung des Ortsbeirats neben dem Präzedenzfall Himmelsleiter auch Anfragen zu Parkplätzen in Pallien, zu einem Müllbehälter auf dem Markusberg und zur geplanten Entlastungsstraße in Trier-West an. Mit Zustimmung aller Mitglieder des Gremiums wird er deshalb schriftlich Protest einlegen und um die Stellungnahme der Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen des Ortsbeirats ersuchen.

Möglicherweise wird sich die Verwaltung dann auch zu den weiteren Themen äußern, die Horst Erasmy und seinen gewählten Mitstreitern auf den Nägeln brennt. So wird der aktuelle Sachstand zur Jägerkaserne erfragt, nachdem das Bürgeramt wieder an den Augustinerhof zurückgekehrt ist. Erasmy hofft noch immer darauf, in dem Gebäude einen Raum als Ortsvorsteher-Büro zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Als Anlaufstelle im Stadtteil wäre das eine wichtige Sache“, ist er überzeugt.

Zudem macht sich der Ortsbeirat Sorgen wegen der Verzögerungen beim Umbau der Integrierten Gesamtschule in Heiligkreuz (TV vom 13. November). Denn die dort derzeit für den Unterricht genutzten Gebäude-Module sollen entgegen der ursprünglichen Planung mindestens weitere zwölf Monate nicht für den Umzug nach Trier-West zur Verfügung stehen. Dort sollen sie auf dem derzeitigen Tennenplatz von Don Bosco zur neuen Grundschule aufgebaut werden. „Den Kindern hier kann man nicht zumuten, weitere vier oder fünf Jahre in dem maroden Gebäude der Schule am Reichertsberg bleiben zu müssen“, so Erasmy. „Dort wird nichts mehr am Gebäude gemacht.“

Und auch zum gesperrten Weg von der Bitburger Straße hinauf zur Villa Reverchon will das Gremium noch einmal ausführliche Informationen. Auch angesichts der bereits umfassenden Sicherungsarbeiten müsse es das Ziel sein, den historischen Weg für Fußgänger zu erhalten.

Die Antworten der Stadt zur Himmelsleiter, dem historischen Fußweg vom Trierweiler Weg hinauf zum Markusberg, seien an dieser Stelle aus der Stadtratssitzung vom 6. November zitiert: Demnach ist vorgesehen, die Himmelsleiter als Wald- und Wirtschaftsweg mit geringem Ausbaustandard neu zu gestalten.

Die AfD hatte auch um Informationen zum Fußweg zur Maria-Hilf-Kapelle gebeten. Dieser Weg, so die Antwort von Baudezernent Andreas Ludwig, sei aus Gründen der Verkehrssicherheit gesperrt worden. Er befinde sich im Eigentum des Bistums Trier, das keine Instandsetzung geplant habe. Die Stadt werde das Bistum auch nicht finanziell bei einer Sanierung der Kapelle unterstützen.