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Froh, diesen Weg gegangen zu sein

Weihbischof Alfred Kleinermeilert. TV-Foto: Manuel Kölker
Weihbischof Alfred Kleinermeilert. TV-Foto: Manuel Kölker
Er ist der dienstälteste aller deutschen Bischöfe: Am Sonntag feierte der emeritierte Trierer Weihbischof Alfred Kleinermeilert mit einem Pontifikalamt im Trierer Dom seinen 80. Geburtstag.

Trier. (red) 1928 wurde Kleinermeilert in Müsch im Kreis Ahrweiler geboren. Schon früh wollte er Priester werden: "Mit 14 Jahren habe ich zum ersten Mal darüber nachgedacht", erinnert sich der Weihbischof. Erst einmal ging es in den Krieg

Mit 15 wurde er "mit der ganzen Klasse" zunächst Flakhelfer, diente dann als Luftwaffensoldat auf dem Flugplatz in Mainz-Finthen. "Ich war Kindersoldat", erinnert sich der Weihbischof, der anschließend noch elf Monate als Kriegsgefangener in Frankreich verbringen musste. "Danach durfte ich auf das Gymnasium, das kam mir wie eine Befreiung vor", erinnert sich der Weihbischof im Ruhestand. 1947 legte er dann am Real-Gymnasium in Ahrweiler die Reifeprüfung ab. Da stand sein Entschluss, Priester werden zu wollen, schon fest. Nach dem Abitur trat er dann in Trier in das Priesterseminar ein. "Damals habe ich überhaupt nicht daran gedacht, dass ich jemals Bischof werden könnte", betont er. Andere erkannten sehr wohl die Begabung des jungen Theologen und förderten ihn "nach Kräften", wie sich Kleinermeilert dankbar erinnert. So schickte man ihn zum Studium nach Rom. In der Ewigen Stadt wurde Kleinermeilert dann 1953 zum Priester geweiht. 1954 kam er zurück ins Bistum Trier. 1963 wurde er Direktor des Bischöflichen Konvikts in Linz, im selben Jahr machte er seinen Doktor in Theologie. Nach der Leitung des Konvikts folgte der nächste Schritt: Kleinermeilert wurde zum Weihbischof ernannt und am 11. Juni 1968 zum Bischof geweiht.Bis zu seiner Entpflichtung 2003 war er als Weihbischof in der Seelsorge tätig, versah im Bistum Trier seinen Dienst, nahm Verpflichtungen für die Kirche wahr. Seit fünf Jahren sind für den 80-Jährigen solche Pflichten jedoch weit weg: Kleinermeilert genießt seinen Ruhestand. Und so sieht er auch aktuelle Entwicklungen in der katholischen Kirche mit der Gelassenheit des Alters: Früher sei vieles anders gewesen, aber nicht alles besser. So habe Ökumene damals "gar nicht stattgefunden". Begegnung mit den Menschen

"Als ich Kaplan war, hatte man eben keinen Kontakt zu den Evangelischen", sagt er und schüttelt den Kopf: "Ein evangelischer Pfarrer, der im katholischen Dom predigt? Damals undenkbar!" Heute sei gerade das "in Trier gute Tradition". "Ich bin glücklich, dass das so gekommen ist", sagt Kleinermeilert. Der Dienst als Weihbischof sei nicht immer leicht gewesen, gibt Kleinermeilert zu, am liebsten erinnert er sich an "die Begegnung mit vielen, vielen Menschen". Eigentlich, würde er alles noch einmal genau so machen: "Ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein".