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Vereine
Für Kenia: 18 Bilder, zwölf Monate, ein Ziel

Hoffnung im Slum von Nairobi. Mit dem Erlös aus dem Verkauf eines Kalenders soll die Bildung gefördert werden.
Hoffnung im Slum von Nairobi. Mit dem Erlös aus dem Verkauf eines Kalenders soll die Bildung gefördert werden. FOTO: Bildung fördert Entwicklung e.V.
Trier/Nairobi. Der Trierer Verein Bildung fördert Entwicklung will mit seinem Fotokalender jungen Menschen in den Slums von Nairobi helfen. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Afrika ist bunt, arm und lebensfroh. Das erleben die Mitglieder des Vereins Bildung fördert Entwicklung bei jedem Besuch in Kenia. „Wir versuchen, Kindern Hoffnung und Zuversicht zu geben, um sie zu selbstbewussten und stolzen Menschen heranwachsen zu sehen“, sagt Christel Aretz, die gemeinsam mit dem Afrika-Experten Johannes Michael Nebe das Grußwort für den Jahreskalender 2019 des Vereins formuliert hat.

18 Fotos aus dem Archiv wurden dafür ausgesucht. Sie geben Eindrücke vom Leben in den Slums von Nairobi und sind Zeugnisse für den Lebensmut der Kinder dort.

„Ich bin schon viel gereist, habe auf Kreuzfahrtschiffen Länder und Kontinente umfahren“, sagt Christel Aretz, Präsidentin der 1992 gegründeten Clara-Viebig-Gesellschaft. „Aber was ich auf der Exkursion in den Slum von Mathare in Nairobi erlebt habe, ist unbeschreiblich.“ Ihr Bericht über die Reise im September, der auf volksfreund.de zu lesen ist, zeugt davon, warum sie sich dazu entschieden hat, aktiv in diesem Verein mitzuarbeiten.

Ziel des Vereins ist es, die Bildung junger Menschen in Kenia zu fördern und ihnen durch finanzielle Unterstützung eine Lebensperspektive zu geben. „Gerade die Kinder und Jugendlichen in den Slums von Nairobi, die in einer unsäglichen Umwelt von meterhohem, stinkenden Müll und desolaten sanitären Verhältnissen leben, sind überaus bildungshungrig und fühlen sich von der Politik in Kenia völlig ausgegrenzt“, beschreibt Johannes Michael Nebe, der mehr als 35 Jahre an der Universität Trier gelehrt hat und bis heute viele Studierende für Afrika begeistert.

„Die Slumbevölkerung ist sehr jung. Etwa 60 Prozent sind jünger als 16 Jahre alt, die Hälfte von ihnen kann armutsbedingt keine Schule besuchen. Die informellen Schulen erhalten keine staatliche Unterstützung. Sie sind auf sich allein gestellt.“ Auch die schlechte Ausbildung, die hohe Arbeitslosigkeit und die mangelhafte, aber teure universitäre Bildung tragen zu einer Situation bei, die Nebe als „tickende Zeitbombe“ beschreibt.

Kriminalität und Gewalt seien an der Tagesordnung. Trotz dieser erschreckenden Situation seien die Kreativität und der Lernwille der Kinder und Jugendlichen enorm hoch. „Eine gezielte Förderung kann hier vieles verbessern. Es geht dabei nicht allein um eine finanzielle Hilfe, sondern um eine menschliche Zuwendung, der wir ja in gleicher Weise bei uns bedürfen.“

Ein Sprichwort in Kenia lautet auf Kiswahili „Haba na haba hujaza kibaba“: Viele kleine Dinge können Großartiges bewirken.

Mit den Erlösen aus dem Verkauf des Jahreskalenders will der Verein dazu beitragen, Kindern Hoffnung zu geben. Christel Aretz: „Dieser Kalender möchte ein Bewusstsein schaffen, dass wir im Kleinen etwas schaffen können, diese Welt ein wenig zu verändern. Gebt den Kindern eine Zukunft in Afrika! So haben wir den Kalender betitelt.“

Der Kalender im Format DIN/A4 ist für 8,50 Euro am Glühweinstand des Vereins Bildung fördert Entwicklung zu haben, der sich an den Adventswochenenden vor der Trier Galerie befindet.

Erhältlich ist der Kalender zudem in den Filialen Fleischstraße und Im Treff der Buchhandlung Stephanus. Der Erlös aus dem Verkauf kommt vollständig den Kindern und Jugendlichen in Nairobi zugute.

Kontakt: verein@bildung-foerdert-entwicklung.de; Konto DE13 5855 0130 0001 0736 42; BIC: TRISDE55XXX, Sparkasse Trier