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Gelobtes Arbeitsland Luxemburg

Trotz der Abstriche an Sozialleistungen für Pendler hat der Standort Luxemburg nichts an Attraktivität verloren: 1000 Menschen informierten sich jetzt auf der Eures-Jobmesse der Agentur für Arbeit Trier über Stellenangebote und Arbeitsbedingungen.

Trier. (jasa) Vor allem für Arbeitssuchende, die mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen haben, bietet eine Jobmesse wie die "European Job Days" von Eures viele Vorteile. Hallsteinn Sigurdsson aus Saarburg ist einer von ihnen. Er stammt aus Island und kam erst vor einem halben Jahr mit seiner Frau und den drei Töchtern nach Deutschland. "Für Handwerker ist die Jobsituation in Island im Moment sehr schlecht", erzählt der 57-jährige Tischler. Zurzeit hat er eine Anstellung, sie wird jedoch in einem Monat enden. Dann braucht er etwas Neues. "Ich gelte auf dem Arbeitsmarkt schon als relativ alt, außerdem ist mein Deutsch noch nicht so gut. Gerade für Leute wie mich sind solche persönlichen Gespräche sehr wichtig. Ich habe den Eindruck, dass meine Chancen auf eine neue Stelle jetzt viel besser sind", sagt Sigurdsson.

Rund 1000 Besucher kamen auf die Jobmesse im Gebäude des Forums Trier. Ziel war die Vermittlung von Stellen in Deutschland und Luxemburg. Angeboten haben diesen Tag die Agentur für Arbeit Trier und die Eures (European Employment Services), ein Arbeitsmarktnetzwerk der Europäischen Kommission.

14 Luxemburger Firmen und deutsche Unternehmen mit Niederlassungen in Luxemburg stellten sich und ihre Arbeit dort vor. Dabei waren Stellenangebote für Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen vertreten. Jedes Unternehmen hat sechs bis sieben freie Stellen angeboten und direkt auf der Messe Vorstellungsgespräche geführt. "Wir schätzen, dass ungefähr 80 Prozent der Besucher wegen der persönlichen Gespräche hier waren und nur 20 Prozent wegen der Informationen und Vorträge", sagt Mirko Löhmann, Eures-Berater bei der Agentur für Arbeit Trier.

In der gesamten Großregion gibt es insgesamt 200 000 Grenzgänger. Etwa 28 000 Menschen aus der Region Trier pendeln täglich zur Arbeit nach Luxemburg.

Ihnen will die Eures den Alltag erleichtern. Auch an allen anderen Stellen, an denen es in Europa viele Grenzgänger gibt, gibt es Eures-Netzwerke. Insgesamt sind es 21 Stück.

"Es gibt immer wieder Kollisionen zwischen den Arbeitsmarktsystemen der verschiedenen Länder. Da helfen wir dann", erklärt Eures-Koordinator Fréde ric Chomard. Zu den Angeboten zählen die Vermittlung von Arbeitsplätzen und Informationen in der Großregion.

"Wir leben und arbeiten über die Landesgrenzen hinaus, das braucht viel Planung", sagt Christa Klaß, Europaabgeordnete und Schirmherrin der Veranstaltung. Die Besucher konnten sich Vorträge über den luxemburgischen Ausbildungsmarkt anhören und erfuhren dabei viel über die Ansprüche der dortigen Unternehmen. Besonders häufig gab es Fragen zum Rentensystem und zur luxemburgischen Sozialversicherung.