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Gemeinsam planen, bauen, wohnen, leben

Trier. Die Stadtteiltour geht in die Verlängerung. Gleich mehrere TV-Leser haben angeregt, dass wir das gemeinschaftliche Wohnprojekt des Vereins Zak im Baugebiet BU 13 in Filsch vorstellen sollten. Anfang kommenden Jahres geht es in die Bauphase. Mechthild Schneiders

Trier. Spät ist es geworden. Stundenlang haben sie in einem Trie-rer Restaurant zusammengesessen, diskutiert, abgewogen - und sind sich einig geworden. "Dies war Anlass für eine nächtliche fröhliche Feier auf unserem Baugelände auf dem Tarforster Plateau", sagt Michael Fuchs. Er ist eins der 19 Mitglieder des Vereins Zak, der ein gemeinschaftliches Wohnprojekt im Baugebiet BU 13 plant. Es gehört zum kleinsten Trierer Stadtteilt Filsch.
Dazu haben sie die Genossenschaft Zak Wohnpakt gegründet. In den Vorstand wurden Helga Büdenbender, Jürgen Beling, Peter Spürk, Gerd Müller und Michael Fuchs gewählt. Unterstützt werden sie vom Dortmunder Projektberater Wolfgang Kiehle, der in Trier auch ein Modellprojekt in der Thyrsusstraße begleitet.
"Nun sind wir geschäftsfähig und können Verträge schließen", sagt Fuchs. Erste gemeinsame Aktion: die Auswahl eines Entwurfskonzepts. Der Favorit stammt von Architekt Gustav Kannwischer aus Bad Kreuznach, der ein ähnliches Projekt in seiner Heimatstadt entworfen hat. Das barrierefreie Gebäude in Passivhausbauweise soll zweieinhalbgeschossig werden mit Balkonen und breiten Laubengängen. Zudem gibt es einen vom Haupthaus abgetrennten Gemeinschaftstrakt.
Parallel zur Planung wird die Genossenschaft eingetragen und damit rechtsgültig. Danach könne Wohnpakt das 2900 Quadratmeter große Grundstück in BU 13 kaufen, auf das Zak derzeit eine Option hält, sagt Beling. Finanziert werde das Projekt über einen Pflichtanteil, den jeder Mitbewohner für seine Wohnung zahle, und über Kredite. Der Bewohner erwirbt damit ein Dauernutzungsrecht. "Wir sind Eigentümer und Mieter gleichzeitig", erklärt Beling. Deshalb zahlen sie ein monatliches Mietäquivalent, das aber unter den üblichen Preisen liege.
Geplant sind 19 Wohneinheiten; 13 sind schon fest vergeben. Für vier bis sechs Wohnungen werden noch Mitstreiter gesucht - "gerne junge Familien mit Kindern", sagt Beling. "Die Interessenten können bei der Größe und Gestaltung der Wohnungen mitentscheiden, noch ist alles gestaltbar." Speziell für Familien gebe es neben den guten Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten und der Busverbindung in direkter Nähe auch eine Grundschule, und gleich nebenan werde eine Kita gebaut. "Das ist ein junges Viertel da oben."
Wichtig sei der gemeinschaftliche Aspekt", sagt Beling. Deshalb haben er und seine Mitstreiter ein Mobilitätskonzept mit Car-Sharing entworfen - ein Novum in Trier.
Fuchs ist sich sicher: "Für die Stadt Trier bedeutet unser generationenübergreifendes Genossenschaftsprojekt einen Fortschritt auf dem Wohnbausektor."
Infos: Jürgen Beling, Telefon 06585/829, E-Mail: zak-trier@web.de , www.zak-trier.de