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TV-Aktion
„Gerade ihnen muss man helfen“

Kathrin BornmüIler (Dritte von rechts) engagiert sich für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Sie will Frauen und Kindern im Irak helfen und benötigt dafür Spenden. 
Kathrin BornmüIler (Dritte von rechts) engagiert sich für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Sie will Frauen und Kindern im Irak helfen und benötigt dafür Spenden.  FOTO: TV / IGFM
Wittlich. „Meine Hilfe zählt“: Wittlicher Menschenrechtsorganisation bittet um Spenden für traumatisierte Frauen und Kinder im Irak. Von Katja Bernardy

Sie spricht immer wieder mit Menschen, deren Geschichten so grausam sind, dass man das erlittene Leid nicht in Worte fassen kann. Katrin Bornmüller aus Wittlich ist bekannt für Hilfstransporte aus der Säubrennerstadt zu denen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind, für ihr unermüdliches Engagement in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Mut. Im April und September  dieses Jahres war die 78-Jährige in Kurdistan. „Sie glauben nicht, was ich alles gehört habe“, sagt sie und dann sprudelt aus ihr heraus.

Sie berichtet von einem Mädchen, zwölf  Jahre alt, das an einen Richter, klein, fett, glatzköpfig, verkauft worden war und dann über Jahre von ihm vergewaltigt wurde. Von Mädchen, die über soziale Medien zum Kauf angeboten werden. Und die Geschichte des Neunjährigen, „der am laufenden Band in IS-Haft gefoltert wurde“ und heute als 15-Jähriger schwerst traumatisiert ist, lässt sie nicht los.

Weil sie all dies weiß und vieles mit eigenen Augen gesehen hat, hilft sie wieder und wieder.

„Zurzeit beladen wir einen Transporter, der am 15. November nach Baardre in Kurdistan aufbricht“, sagt Bornmüller. Wenn sie „wir“ sagt, meint sie die zurzeit rund 30 Helferinnen und Helfer der IGFM-Arbeitsgruppe  Wittlich. In diesen Tagen holt das Team zehn ausrangierte Krankenbetten, die noch in bestem Zustand sind, in Traben-Trarbach ab, und füllt damit den Transporter sowie mit Dingen, die Menschen mehrere Tausend Kilometer weiter das Leben erleichtern und teils helfen, überhaupt zu überleben.

Auch TV-Leserinnen und -Leser haben schon viele Tausend Euro gespendet, damit die  Hilfstransporte bestückt werden konnten, beispielsweise um die Not von Flutopfern in Bosnien oder bitterste Armut in Kroatien zu lindern, oder um Flüchtlingen im Nahen Osten das Überleben im Winter zu ermöglichen.

Mehr als 20 Projekte der IGFM Wittlich konnten bis heute über die Spenden-Plattform „Meine Hilfe zählt“ des Trierischen Volksfreunds finanziert werden. Aktuell bittet die Wittlicher Menschenrechtsorganisation um Spenden für traumatisierte Frauen und Kinder im Irak. Bis zu 4000 Frauen und Kinder seien in der Gefangenschaft des Islamischen Staats (IS), schreibt Bornmüller dort. Schätzungen zufolge lebten derzeit Hunderttausende jesidische Flüchtlinge in den offiziellen Flüchtlingslagern oder in Unterschlüpfen. Kaum jemand kümmere sich um sie. Die etwa 125 000 christlichen Flüchtlinge seien teils in Lagern, teils bei Glaubensbrüdern untergekommen.

Und die Menschenrechtsaktivistin wird nicht müde zu sagen: „Am schlimmsten ist die Situation der Frauen und Mädchen, die vom IS auf übelste Weise missbraucht und gequält wurden.“ Sie appelliert, ihnen müsse dringend geholfen werden. Das sieht auch Oliver P. so. Unter der Rubrik „Aktuelle Stimmen“ auf der Internetseite von „Meine Hilfe zählt“ schreibt er: „Gerade Frauen und Mädchen werden auf der Flucht und in der Gefangenschaft von diesen IS-Verbrechern besonders schlecht behandelt, deshalb, finde ich, muss man gerade ihnen helfen.“

Die IGFM Wittlich benötigt 10 000 Euro. TV-Leserinnen  und -Leser haben bereits mehr  als die Hälfte der Summe gespendet.  Es fehlen noch  4 743 Euro. Die Nummer des Projektes, unter der gespendet werden kann, lautet:  57045. Auch Bernward B. hat sich bei Meine Hilfe zählt unter „Aktuelle Stimmen“ zu Wort gemeldet: „Auch kleine Beträge helfen“, schreibt er dort.