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Geschäftsleute ärgern sich über Dauerbaustelle

Direkt vor den Türen der Firmen wird gebaggert: Die Stadtwerke werden noch bis zum Frühjahr 2012 in der Rudolf-Diesel-Straße arbeiten. TV-Foto: Maren Meißner
Direkt vor den Türen der Firmen wird gebaggert: Die Stadtwerke werden noch bis zum Frühjahr 2012 in der Rudolf-Diesel-Straße arbeiten. TV-Foto: Maren Meißner
Trier-Nord. Seit dem Frühjahr werden in der Rudolf-Diesel-Straße im Industriegebiet Nord neue Rohre verlegt. Einige Anlieger sind sauer: Sie fühlen sich schlecht informiert, außerdem gingen die Arbeiten zu langsam voran. Maren Meißner

Trier-Nord. Uwe Reis ist wütend. "Ich verstehe einfach nicht, warum man für eine Baustelle so lange braucht", sagt der Geschäftsführer der Firma Carshop. Der Autohändler ist einer von mehreren Anliegern der Rudolf-Diesel-Straße im Industriegebiet Nord, vor deren Geschäften seit mehreren Monaten gebaggert wird. Seit dem Frühjahr verlegen die Stadtwerke Trier (SWT) dort neue Ver- und Entsorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser. Eigentlich sollten die Arbeiten im August dieses Jahres abgeschlossen sein. Daraus wurde allerdings nichts. "Aus Witterungsgründen konnten die Bauarbeiten nicht wie geplant in 2010, sondern erst im Frühjahr 2011 beginnen", sagt SWT-Pressesprecher Carsten Grasmück. Außerdem habe es Schwierigkeiten bei der Anbindung des neuen Kanals gegeben. Deshalb ist die Straße auch jetzt noch aufgerissen, mehrere Bagger sind im Einsatz.
Je nach Tag arbeiten drei bis zehn Bauarbeiter in der Rudolf-Diesel-Straße, über die auch der LKW-Zulieferverkehr für die angrenzenden Betriebe fließt. Da die Straße nur auf einer Spur frei ist, ist sie regelmäßig durch ein- oder ausparkende Lastwagen blockiert. Die Zufahrt von der Loebstraße aus ist gesperrt, Autos und LKW müssen über die Metternichstraße in die Rudolf-Diesel-Straße fahren.
Eine Umleitung ist ausgeschildert, trotzdem schrecke die Baustelle viele Kunden ab, berichtet Uwe Reis. "Viele machen einen Termin und tauchen dann einfach nicht auf", sagt er. Ähnliches berichtet auch der Mitarbeiter von Euromaster. "Einige Kunden haben uns zwischendurch nicht gefunden". Aus Gründen der Verkehrsführung habe man es bei einer Kolonne von Arbeitern belassen, sagt Pressesprecher Grasmück.
Genau darüber regen sich Uwe Reis und die anderen Anlieger auf. "Die Männer, die hier sind, machen gute Arbeit", sagt er, "aber es sind einfach zu wenige." Das sieht auch Klaus Pauly, Mitarbeiter des Geschäfts Feuerecke, so: "Wenn das hier etwas schneller ginge, wäre das nicht schlecht". "Wir sind umgeben von Baustellen", sagt auch Holger Sürken von Best Car Wash. "Warum wird nicht nachts oder am Wochenende gearbeitet, damit es schneller vorangeht?", fragt er.
Dass die Stadtwerke "in gutem Kontakt mit den Anliegern" stehen, wie Pressesprecher Grasmück sagt, kann Uwe Reis nicht bestätigen. Er fühlt sich schlecht informiert, die Kommunikation laufe meist direkt mit den Arbeitern vor Ort.
Provisorium vor Weihnachten


Vonseiten der Stadtwerke werde man nicht auf dem Laufenden gehalten, sagt Uwe Reis. Auch Holger Sürken, Geschäftsführer bei Best Car Wash, sagt: "Wir sind nicht informiert worden." Ein Mitarbeiter des Reifenhändlers Euromaster sagt: "Die Kommunikation war nicht optimal." Beschwert hat sich bei den Stadtwerken aber bisher keiner der Anwohner.
In die Baustelle soll nach Auskunft der SWT aber noch vor Jahresende Bewegung kommen: Die Tragschicht mit einer provisorischen Oberfläche soll vor Weihnachten fertiggestellt werden, die endgültige Deckschicht soll im Frühjahr 2012 aufgebracht werden.