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GESCHICHTE

Zur Berichterstattung über den Rechtsstreit um die Trierer Viezporz und die Geschichte dieses Trinkgefäßes erreichten uns weitere Zuschriften:

Mein 87-jähriger Vater hat noch immer eine Viezporz in Gebrauch, von der er annimmt, dass sie älter als 40 Jahre sein kann. Sie ist laut Stempelaufdruck in Duisdorf von der Firma Rhenania produziert worden und könnte demnach vor dem besagten Entwurf der Firma Plein entstanden sein. Markant ist, dass neben dem in grüner Farbe eingebrannten Eichstrich auch noch der Hinweis "4/10 Liter" in zwei Zentimeter großen Ziffern und Buchstaben erhaben, aber farblos auf diesem besagten Schankgefäß zu lesen ist. Unter dem Herstellerstempel ist auch noch der Name Mandewirth in Versalien aufgedruckt. Laut Aussage meines Vaters war dies ein Porzellanfachgeschäft in Trier. Norbert Krämer, Ralingen Vielleicht dient meine Porz statt zur Erhellung mehr zur Verwirrung. Sie gehörte Dr. Karl Dahm, der im und nach dem Zweiten Weltkrieg bis Ende der 1950er Jahre Schlachthofdirektor in Trier und begeisterter Vieztrinker war. Die Porz zeigt auf der Unterseite als Hersteller-Logo das grüne Wappen von Rhenania Duisdorf, außen, dem Henkel gegenüber, in erhabenen Buchstaben "4/10 Liter" und am Trinkwulst in ebenfalls grüner Schrift "0,4 Lt.". Das Gefäß ist geschätzt mindestens 70 Jahre alt. Vielleicht gibt es ja noch mehr von dieser Art. Ich habe nach Rhenania Duisdorf gegoogelt und in Wikipedia recherchiert, auf Anhieb aber nichts Erhellendes entdeckt. Karl Schleidweiler, Plein Ich habe zwei "Viezpurtzen" Felda/Röhn, Logo auf dem Boden, Götz bis 1949 und Jac. Mandewirth Trier, aus einer Gaststätte in Föhren. Sie wurde in den 1980er Jahren geschlossen. Beide Porzen ähneln sich in Aussehen und Form. Ich glaube, was eine richtige Viezporz ausmacht, ist die alte Form, nicht die Nachbildungen. Es ist egal, wo sie herkommt. Da ich der moselfränkischen Sprache (Platt) mächtig bin, denke ich, dass Porz (Purtz) eine Ableitung von Porzellan ist. Mein Opa sagte in der Wirtschaft nicht: "Ich hätte gerne eine Porz Viez." Sondern er sagte: "Eich hätt gär en Purtz Viez, äwa net so kalt." Helmut Quare, Salmtal