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Bestattung
Gibt es Baumgräber bald auch in Trier-Ehrang ?

Auf dem Trierer Hauptfriedhof gibt es bereits Baumgräber. Das wäre auch etwas für Ehrang, meint der Ortsbeirat.
Auf dem Trierer Hauptfriedhof gibt es bereits Baumgräber. Das wäre auch etwas für Ehrang, meint der Ortsbeirat. FOTO: Friedhelm Knopp
Trier-Ehrang. Der Ortsbeirat Trier-Ehrang plant ein neues Friedhofskonzept mit pflegefreien Gräbern und hat entsprechende Anträge an die Stadt gestellt.

Immer mehr Urnenbestattungen und der Trend zum pflegefreien Grab – die Entwicklung ist auch am Stadtteil Ehrang-Quint nicht vorbeigegangen. Die Statistik 2017/2018 weist für den Stadtteil 84 Prozent Urnenbestattungen und nur noch 16 Prozent konventionelle Erdbestattungen aus. Angesichts dieser Zahlen befasste sich der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung mit einem neuen Friedhofskonzept für den Waldfriedhof und den Friedhof Quint.

Als sachkundiger Referent erläuterte dazu Bestatter und Ortsbeiratsmitglied Matthias Haas die Entwicklung auf den beiden Stadtteilfriedhöfen und zeigte neue Bestattungsformen, die von der Trierer Verwaltung bisher nur auf dem Haupt-, West- und Südfriedhof angeboten werden.

Mehr und mehr zurück gehen laut Haas die traditionellen Bestattungsformen mit Erdreihen- und Erdwahlgrab sowie Urnenreihen und Urnenwahlgrab, die von den Angehörigen gepflegt werden müssen. Die Gründe seien vielfältig: Immer weniger Zeit zur Grabpflege und Angehörige, die aus beruflichen Gründen weit vom Bestattungsort entfernt leben. Hinzu komme auch ein Wandel im Denken. Haas: „Das ist nicht verwerflich. Viele Menschen brauchen keinen Grabplatz mehr, sie erinnern sich durch andere Orte und Dinge an ihre Verstorbenen. Besonders die jüngeren Generationen haben heute kaum noch Bezug zum Grab.“

Immer stärker bevorzugt würden die verschiedenen Formen der pflegefreien Gräber. Dazu zählten die Urnengemeinschaftsgräber, die Urnenbaumgräber und die anderen Bestattungsarten wie die Ausstreuung in Luxemburg (in Deutschland nicht erlaubt).

Die Stadt Trier bietet derzeit Baumgräber nur auf dem Haupt- und dem Westfriedhof an. Dabei werden mehrere Urnen um einen Baum herum eingesetzt. Später erinnern steinerne Namensstelen am Rand des Hains an die Verstorbenen. Diese Bestattungsform gleicht dem Friedwald – nur das hier die Bäume auf einem Friedhof gepflanzt werden.

Haas: „Besonders auf dem Hauptfriedhof gibt es eine enorme Nachfrage nach dieser Bestattungsform.“ Gefragt sei auch das Erdrasengrab für Sargbestattungen, bei dem es sich um eine Grünfläche mit in den Boden versenkten Schriftplatten handele. Blumenschmuck sei auf den Flächen nicht erlaubt, denn sie würden von der Friedhofsverwaltung mit dem Rasenmäher gepflegt. In der Stadt Schweich, die Urnen- und Erdrasengräber anbiete, sei die Nachfrage groß. Schweich sei jedoch keine Alternative für Trierer, da Bestattungen nach dem Kommunalrecht grundsätzlich nur am letzten gemeldeten Wohnort des Verstorbenen möglich seien. Haas: „Natürlich können sich Ehranger und Quinter aber für ein Baumgrab auf dem Trierer Haupt- oder Westfriedhof entscheiden.“

Doch das sei dann auch eine Frage der Zumutbarkeit für ältere Angehörige, wenn die Entfernung etwa von Quint zum Westfriedhof 13 Kilometer oder 40 Busminuten betrage. „Die Stadt muss endlich ihren Tunnelblick aufgeben und sich stärker für alternative Bestattungsformen öffnen, was insbesondere für die Stadtteilfriedhöfe gilt“, kritisiert Haas.

Einstimmig beschlossen wurde folgender, von Haas vorgeschlagener Antrag: Der Ortsbeirat beantragt eine Urnen-Gemeinschaftsgrabanlage für den Friedhof Quint. Auf dem Waldfriedhof Ehrang sollen Baumgräber wie auf dem West- und Hauptfriedhof sowie Urnen- und Erd­rasengräber nach dem „Schweicher Modell“ angelegt werden.