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Großauftrag für die Caritas-Werkstätten

Thorsten Wintrich (rechts), Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten, zeigt Andreas Wagner, Chef des Studierendenwerks Trier, Heribert Borscheid, technicher Leiter der Caritas-Werkstätten, und Wolfgang Braun, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten (von links), die Tür im Musterzimmer, die er zugeschnitten hat. Tv-Foto: Katja Bernardy
Thorsten Wintrich (rechts), Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten, zeigt Andreas Wagner, Chef des Studierendenwerks Trier, Heribert Borscheid, technicher Leiter der Caritas-Werkstätten, und Wolfgang Braun, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten (von links), die Tür im Musterzimmer, die er zugeschnitten hat. Tv-Foto: Katja Bernardy
Trier. Menschen mit Behinderung, die in den Trierer Caritas-Werkstätten arbeiten, erfüllen ihren bislang größten Auftrag: Sie schreinern Möbel für 72 Wohneinheiten des Studentenwohnheims "enercase". Bauträger ist das Studierendenwerk Trier. Das Musterzimmer steht bereits. Katja Bernardy

Trier. Thorsten Wintrich hat eine Behinderung und ist Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten. Über den großen Auftrag, Möbel für 72 Wohneinheiten eines neuen Studentenwohnheims zu bauen, freut er sich. "Ich mache mehr Erfahrungen, lerne die Maschinen kennen oder wie Zuschnitte gehen", sagt Wintrich.
In der Schreinerwerkstatt steht bereits das Musterzimmer, an dem er mitgearbeitet hat. Es zeigt, wie alle 72 Wohneinheiten des neuen Wohnheims eingerichtet sein werden: eine Küche, Schränke, ein halbhohes Hochbett, das mit Regalen unterbaut ist, weiterer Stauraum für Bücher sowie ein Schreibtisch auf Rollen werden Studenten darin vorfinden. "Die Türen habe ich zugeschnitten", sagt Thorsten Wintrich stolz. Viele Effekte wie der bewegliche Schreibtisch oder das mit Regalen unterbaute Hochbett seien nicht mit Möbeln von der Stange realisierbar, sagt Andreas Wagner, Chef des Studierendenwerks. Mit den Caritas-Werkstätten hat Wagner bereits gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit gemacht: bei der Außengestaltung der Wohnanlagen und besonders bei der Solaranlage für die Wohnanlage Petrisberg. Doch das neue Projekt ist eine Nummer größer. "Wir standen vor der Frage, ob wir einen Auftrag in dieser Größenordnung bewältigen können", sagt Hans-Dieter Hamm, Schreinermeister und Gruppenleiter Holzbereich der Caritas-Werkstätten. Die Lösung: Mit mehr Zeit ist es möglich. Deshalb wird nun parallel zum Bau des Studentenwohnheims "enercase" bereits geschreinert.
Und hinzu kommt, dass Hamm sein Team aus 20 Mitarbeitern genau kennt und anleitet. "Ich weiß, wer was leisten kann", sagt er.
Wolfgang Braun, Geschäftsführer der Caritas-Werkstätten, sagt: "Dieser Auftrag bringt den behinderten Menschen Anerkennung und stärkt ihr Selbstvertrauen. Sie können zeigen, dass sie was leisten und schaffen können." Der Beweis dafür steht: das Musterzimmer. Dort wurde die Zusammenarbeit nun mit der Unterzeichnung des Vertrags über die Möblierung der 72 Wohneinheiten besiegelt. Thorsten Wintrich freut sich auf die Herausforderung, und Andreas Wagner weiß, dass er Qualität und Design bekommen wird. "Es kommt immer was raus, womit ich am Schluss beschenkt bin", sagt der Chef des Studierendenwerks.
Extra

Das Gesamtprojekt "enercase" wird laut Andreas Wagner rund vier Millionen Euro kosten. Die Innenmöblierung wird 300 000 Euro schlucken. 200 000 Euro zur Innenmöblierung zahlt das Land Rheinland-Pfalz. kat