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Grüne Inseln in Gefahr?

Verkehr contra Natur: Schon seit dem Jahr 1968 gibt es einen Bebauungsplan-Entwurf, der an der Neustraße einen Zulieferweg vorsieht.Foto: Katja Krämer
Verkehr contra Natur: Schon seit dem Jahr 1968 gibt es einen Bebauungsplan-Entwurf, der an der Neustraße einen Zulieferweg vorsieht.Foto: Katja Krämer
TRIER. (kat) In der Trierer Neustraße wird seit ein paar Monaten gemunkelt: "Wird die Anlieferstraße nun gebaut oder nicht?" Anfang 2005 wird entschieden, ob Gegner oder Befürworter sich freuen dürfen.

Eine Katze streift durch den idyllischen Garten des Hauses Nummer 66 in der Neustraße. Von dem Vogelgezwitscher, den meterhohen alten Bäumen und der prachtvollen Pflanzenvielfalt hinter der Häuserfassade der Einkaufsstraße ahnen die Passanten nichts. Doch die Anwohner wissen ihre grünen Oasen in der Stadtmitte zu schätzen. Der Grund: Bereits 1968 ist für den Bereich zwischen Neustraße und Europahalle ein Bebauungsplanentwurf mit der Bezeichnung "BM 90 Anlieferstraße zwischen Neustraße und Trierer Bürgerverein" entstanden.Neuer Bebauungsplan wird erstellt

Neben einer geordneten Bebauung entlang der Neustraße, Viehmarktstraße und Kaiserstraße sieht der Plan im hinteren Bereich eine Anlieferstraße vor, die die Neustraße entlasten und Stellplätze für die Anlieger schaffen soll. Bis dato nicht gebaut wurde die Straße unter anderem wegen der fehlenden Kooperationsbereitschaft der Betroffenen, heißt es aus dem Planungsamt der Stadt. Gegner und Befürworter des Baus der Anlieferstraße melden sich 2004 zu Wort, weil Anliegerversammlungen im Mai und November letzten Jahres "Anlass dazu geben, dass sich etwas tun wird", so eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie fürchtet vor allem, dass mit dem Bau einige der raren grünen Inseln in Trier zerstört werden. Der Stadtrat beschloss Ende Januar diesen Jahres, einen neuen Bebauungsplan entwerfen zu lassen. Rudolf Berg, Inhaber eines Schuhgeschäftes, ist zwar nicht direkt betroffen, doch er sieht den erheblichen Kosten, die auf die Anlieger zukämen, mit Argwohn entgegen. Ein sicheres Gefühl gäbe ihm, dass er, würde die Straße gebaut werden, seinen Laden nicht mehr ausschließlich über das Grundstück der Nachbarin erreichen könnte. Bettina Haubrich hätte jedoch ein Problem: "Mein großes Lager müsste der Straße weichen, und ich wüsste dann nicht mehr wohin mit meinen Schuhen", sagt die Inhaberin eines Schuhgeschäfts. Wie geht es weiter? "Die Verwaltung wird Anfang des Jahres nach Abwägung aller öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander, auch was das Kosten- und Nutzenverhältnis betrifft, dem zuständigen Fachausschuss eine Vorlage zur Entscheidung vorlegen", sagt Pressesprecher Langer. Was brennt Ihnen auf den Nägeln? Schildern Sie uns Ihr Problem auf maximal einer Din-A-4-Seite und schicken Sie es als Brief an: Trierischer Volksfreund , Stichwort: " TV bringt's voran", Hanns-Martin-Schleyer-Straße 8, 54294 Trier, oder als E-Mail an thema@volksfreund.de.