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Privatmann sponsert neue Bänke
Gute Aussichten am Petrisberg

In drei Wochen soll hier wieder eine benutzbare Sitzbank stehen. Ein Privatmann will’s möglich machen.
In drei Wochen soll hier wieder eine benutzbare Sitzbank stehen. Ein Privatmann will’s möglich machen. FOTO: Roland Morgen
Trier/Trittenheim. Ein Trier-Freund will kaputte Sitzbänke auf Vordermann bringen – auf eigene Kosten.

Diese Zeitungslektüre hat Albrecht Backes nachhaltig beschäftigt. „Das darf doch wohl nicht wahr sein“, habe er sich gedacht, als er im TV vom vergangenen Wochenende las und sah, wie es um den Weinkulturpfad entlang des Petrisberges in Trier aussieht. Marode Sitzbänke – eine davon komplett zerstört, in die Jahre gekommene und verschmierte Infotafeln, fehlende Müllbehälter. „Das hat mir keine Ruhe gelassen“, sagt der 64-Jährige, „Und da habe ich beschlossen zu helfen.“

Konkret soll die Hilfe so aussehen: „Ich möchte die hölzernen Sitzbänke sanieren und an der Stelle der total kaputten eine neue aufstellen. Diesmal aber eine Stahlkonstruktion.“ Kostenvolumen? „Ich schätze. so etwa 2000 Euro.“

Backes ist vom Fach. Der gebürtige Trittenheimer, der seit 30 Jahren in Trier wohnt („Da stammt meine Frau her“), betreibt in seinem alten Heimatort an der Mittelmosel eine Schlosserei und Reparaturwerkstatt und hat viel in Trier zu tun. Nächste Woche zum Beispiel repariert er im Auftrag der Stadt das bei einem Verkehrsunfall im Frühjahr schwer beschädigte Geländer auf der Zurlaubener Seite der Kaiser-Wilhelm-Brücke.  Zu helfen sei ihm  eine Herzensangelegenheit: „Ich freue mich, wenn sich Menschen an Wein und der Mosel erfreuen. Da darf es es doch nicht sein, dass der Trierer Weinkulturpfad sich so jämmerlich präsentiert, wie  es gerade der Fall ist.“ Backes ist selber „bekennender Wein- und Moselfan“. Mit Gattin Maria mache er bevorzugt in der Region  Urlaub – „Weil es hier doch am schönsten ist.“

Backes glaubt, „mit meinen Mitarbeitern alles so hinzukriegen, dass die Bänke rechtzeitig zum Weinfest in Olewig fertig sind“. Das wäre in drei Wochen.

Der missliche Zustand entlang des Weinkulturpfades hat seinen Grund auch in der ungeklärten Zuständigkeitsfrage. Wie berichtet, wurde der 1,6 Kilometer lange Weg 1972 ausgewiesen und 2004 anlässlich der Landesgartenschau auf dem Petrisberg noch einmal auf Vordermann gebracht. Doch offiziell verantwortlich fühlen sich weder die auf drei Mitgliedsbetriebe geschrumpfte Olewiger Winzervereinigung noch die Stadt Trier. Völlig einig ist man sich immerhin in der Bewertung der Pläne von Albrecht Backes. Ernst Mettlach (43) vom Rathaus-Presseamt spricht von „ehrenwertem bürgerschaftlichen Engagement, das sehr zu begrüßen ist“.

Winzervereins-Chef Peter Terges zeigt sich „dankbar und begeistert“ und hat sogar noch eine weitere gute Nachricht: „Im kommenden Frühjahr wollen wir die Infotafeln erneuern“, kündigt der 65-Jährige an. „Wir“ – das ist in diesem Fall nicht allein der Winzerverein. Auch Sebastian Oberbillig (37) vom Weingut Deutschherrenhof will sich „gerne finanziell beteiligen“.