| 20:34 Uhr

Gute Gespräche bei Brot und Obstsalat

Helferin Anja Herrmann richtet frühmorgens das Frühstücksbüfett für die Gäste im Haus Fetzenreich her. TV-Foto: Amanda Boyce
Helferin Anja Herrmann richtet frühmorgens das Frühstücksbüfett für die Gäste im Haus Fetzenreich her. TV-Foto: Amanda Boyce
Trier. Ein leckeres Frühstück, Gesellschaft und ein offenes Ohr: Das bieten freiwillige Helfer der katholischen Hochschulgemeinde Trier jeden Samstag im dritten Stock des Hauses Fetzenreich am Rindertanzplatz an. Obdachlose und bedürftige Menschen können sich dort am Büfett bedienen und finden Kleidung für die kalte Jahreszeit. Amanda Boyce

Trier. Samstags am frühen Morgen, wenn viele noch gemütlich im Bett liegen oder in der Küche ungeduldig auf die erste Tasse Kaffee warten, sind sie bereits aktiv: die freiwilligen Helfer des Arbeitskreises für Obdachlose und sozial Benachteiligte, kurz Akos. Um Punkt 7 Uhr öffnen die ehrenamtlichen Helfer der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Trier die Tür zum Dachgeschoss im Haus Fetzenreich am Rindertanzplatz und laden bedürftige Trierer zum Frühstück ein.
Freiwillige Helfer gesucht


Dabei geht es nicht nur um die Verpflegung für wohnungslose und von Armut bedrohte Menschen, um die sich der 1995 gegründete Arbeitskreis schwerpunktmäßig kümmert. Beim gemeinsamen Essen sollen die Gäste auch soziale Kontakte knüpfen und Menschen treffen, die ein offenes Ohr für sie haben.
Aktuell sind es acht freiwillige Helfer, die für den Arbeitskreis der KHG das Frühstück organisieren. Viele sind Schüler und Studenten, aber auch Berufstätige zählen zum Team. "Trotzdem sind wir immer auf der Suche nach weiteren Unterstützern", sagt Anja Herrmann, die seit einem Jahr bei dem Projekt dabei ist.
Das Büfett ist übersichtlich auf einigen Tischen verteilt. Fast alles, von Wurst und Käse bis zum Teebeutel, wird über Spenden finanziert. An Gästen mangelt es dem Akos nicht. Besonders in der kalten Jahreszeit ist viel Betrieb. Zwischen 30 und 50 Menschen kommen jede Woche ins Haus Fetzenreich, um dort zu essen, ein paar warme Kleidungsstücke gegen etwas Geld einzutauschen, oder um sich einfach nur zu unterhalten.
"Jeder wird hier als Mensch wahrgenommen", betont Helferin Anja Herrmann. Und das wüssten die Gäste zu schätzen. Viele kämen regelmäßig ins Haus, andere schauten nur hin und wieder vorbei. "Ich war vor fünf Jahren schon einmal hier auf der Durchreise und finde es immer noch super", erzählt ein Gast, der anonym bleiben möchte. "Ich möchte vor allem den Helfern danken."
Ohne Ausstattung läuft jedoch nichts. Der Arbeitskreis ist daher auf Spenden angewiesen. "Viele möchten aber kein Geld geben", berichtet Herrmann. "Sie denken, sie könnten sich nicht sicher sein, dass das Geld wirklich ankommt." Essensspenden, meint die Helferin, könnten jedoch nicht "zweckentfremdet werden". Außer Konserven mit Lebensmitteln nimmt der Arbeitskreis auch gebrauchte Kleidungsstücke als Spenden an. Besonders Socken sind laut Anja Herrmann im Winter Mangelware. Die junge Frau ermuntert Trierer, die gern spenden oder etwas für die Gäste abgeben möchten, einfach am Samstag zwischen 7 und 10 Uhr im Haus Fetzenreich vorbeizuschauen: "Sie finden bei uns nicht nur ein Frühstück, sondern auch Menschlichkeit und schöne Gespräche."
Weitere Informationen über den Arbeitskreis für Obdachlose und sozial Benachteiligte (Akos) gibt es im Internet unter
www.ak-obdachlosigkeit-trier.de oder www.khg-trier.de