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Wirtschaft
Harte Zeiten für den Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART)

Thomas Henz vor einem großen Abfallhaufen im Entsorgungs- und Verwertungszentrum (EVZ) in Mertesdorf. Der Zweckverband Abfallwirtschaft investiert 17 Millionen in den Ausbau der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage.
Thomas Henz vor einem großen Abfallhaufen im Entsorgungs- und Verwertungszentrum (EVZ) in Mertesdorf. Der Zweckverband Abfallwirtschaft investiert 17 Millionen in den Ausbau der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage. FOTO: Friedemann Vetter
Trier/Mertesdorf. Die Kosten für den Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier sind stark gestiegen. Gebühren werden nicht erhöht.
Albert Follmann

Die Gebühren für die Müllabfuhr werden 2019 nicht steigen. Das ist die gute Nachricht aus der Versammlung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART), der am Donnerstagabend in Trier tagte. Das heißt aber nicht, dass der größte kommunale Entsorger in Rheinland-Pfalz (siehe Info) keine Probleme hätte, im Gegenteil. Die finanziellen Rahmenbedingungen hätten sich 2018 erheblich verschlechtert, sagten Verbandsvorsteher Gregor Eibes, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich, und Verbandsdirektor Max Monzel.

Die Preise für die Verwertung der Restabfälle sind exorbitant gestiegen. Gleichzeitig gehen die Erträge zurück. Der Altpapierpreis ist eingebrochen, und die niedrigen Zinsen schmälern die Erträge aus dem Anlagegeschäft. Der Wirtschaftsplan 2019, den die Mitglieder der Verbandsversammlung einstimmig verabschiedeten, weist einen Jahresverlust von 8,5 Millionen Euro auf (Vorjahr 2,9 Millionen Euro).

Trotz der ungünstiger gewordenen wirtschaftlichen Großwetterlage möchte der ART in den kommenden fünf Jahren etwa 187 Millionen Euro investieren. Davon fließen alleine 80 Millionen Euro in den Deponiebereich. Die Oberflächen der Deponien in Mertesdorf, Sehlem und Plütscheid werden abgedichtet, die Deponie Saarburg wird in den Jahren 2019 und 2020 zur Zentraldeponie bei Mertesdorf umgelagert. 300 000 Kubikmeter Müll werden mit Lastwagen transportiert.

Zu den Neuinvestitionen gehört der Ausbau der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage in Mertesdorf (17 Millionen Euro). Mit einer noch besseren Nachsortierung der Abfälle aus der Grauen Tonne will der ART die Preissteigerungen bei der Entsorgung abfedern. Je weniger Restabfall entsorgt werden muss, desto geringer sind die Kosten.

Ebenfalls in Mertesdorf ist für zwölf Millionen Euro der Bau eines neuen Logistikzentrums geplant. Der Neubau ist notwendig, weil der Mietvertrag für das bisherige Fuhrparkgelände in Trier ausläuft und von der Stadt nicht mehr verlängert wird. Auch die Wertstoffhöfe im Verbandsgebiet, zu denen Bürger ihre Abfälle bringen können, sollen ausgebaut werden.

Optimierungen strebt der Zweckverband Abfallwirtschaft auch im logistischen Bereich an. Die teilweise in den Landkreisen noch unterschiedlichen Sammelsysteme für Restabfall, Sperrmüll und Altpapier sollen ab kommendem Jahr schrittweise vereinheitlicht werden. Während etwa die Kunden in Wittlich und Bitburg nur für die Leerungen bezahlen, die sie tatsächlich in Anspruch nehmen, spielt das bei den Haushalten in Daun und Trier keine Rolle.

Eine Änderung gibt es im Eifelkreis Bitburg-Prüm ab 1. Januar 2019 beim Sperrmüll. Jedem Haushalt stehen dann vier Termine pro Jahr zur Verfügung, an denen nach vorheriger telefonischer Anmeldung der Abfall vor der Haustür abgeholt wird. Die zulässige Menge steigt pro Abfuhr von zwei auf fünf Kubikmeter.

In der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg gibt es eine Änderung bei der Entsorgung von Elektro-Altgeräten. Bisher reichte ein Anruf bei der ART, und das Gerät wurde abgeholt. Das geht künftig nur noch gegen eine Gebühr von 20 Euro. Grund für die Umstellung ist, dass der Fachhandel beim Kauf eines Elektrogeräts, etwa eines Fernsehers, für die kostenlose Rücknahme des Altgeräts verantwortlich ist (bei Geschäften ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern). Kleingeräte wie Toaster und elektrische Zahnbürsten müssen auch ohne Neukauf kostenlos zurückgenommen werden, unabhängig davon, wo das Gerät ursprünglich gekauft wurde. In der Abfall-Fibel 2019, die an diesem Wochenende dem Volksfreund-Produkt „Die Woch” beiliegt, finden sich zu den Änderungen erste Informationen. Im Laufe des kommenden Jahres will sich der ART mit persönlichen Anschreiben an alle Haushalte wenden und die Neuerungen erläutern.