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Ausstellung
Hübsche, hässliche Stadt Trier

Trier in verschiedenen Blickwinkeln. Die bei der Ausstellung im Franakenturm gezeigten Motive hat die Fotografische Gesellschaft Trier zusammengestellt.
Trier in verschiedenen Blickwinkeln. Die bei der Ausstellung im Franakenturm gezeigten Motive hat die Fotografische Gesellschaft Trier zusammengestellt. FOTO: Martin Recktenwald
Trier. Eine Ausstellung im Frankenturm will Bürger zur Mitwirkung am Stadtentwicklungskonzept anregen, indem sie Motive provokant kombiniert.

Strahlender Sonnenschein beleuchtet glänzende Häuserfassaden, den Dom und eine fröhliche Menschenschar auf dem Marktplatz – solche Fotomotive kennt die touristische Darstellung Triers zuhauf. Eine Gasse weiter sieht‘s aber mitunter ganz anders aus: schmutzige Wände, bröckelnder Putz, Müllsäcke auf der Straße. Das Schöne und auch das Hässliche nimmt die Fotoausstellung „Innenstadt Trier – Momentaufnahmen, Kontraste, Perspektiven“ in den Blick und fordert alle Bürger zum Mitmachen auf.

Die im Schauraum des Frankenturms gezeigten Motive sind als Anregung zu verstehen, sich mit Trier zu beschäftigen, erläutert Johannes Weinand vom Trierer Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Wie sieht die Stadt aus und wie sollte sie aussehen? Diese Grundsatzfragen beschäftigen Weinands Amt fortwährend. Aktuell arbeite man an einem Konzept für das kommende Jahrzehnt, genannt SENI (Strategisches Entwicklungs- und Nutzungskonzept Innenstadt Trier). „Einkaufen, Wohnen, Kultur, Tourismus, Gastronomie – in der Innenstadt begegnen sich viele Nutzungen“, zeigt Weinand die Herausforderung auf. Jetzt gehe es um die Stadt der Zukunft, die auf gesellschaftliche Umbrüche wie demografischem Wandel oder Internet-Versandhandel reagieren muss. Deswegen seien die Bürger gefragt, ihre Sichtweisen einzubringen. Die Fotografische Gesellschaft Trier ist schon einmal mit einer ersten Entdeckungstour vorangeschritten. Im Frankenturm zeigen die Fotografen des Vereins Ansichten, die aus alltäglicher Gewohnheit häufig niemandem mehr auffallen – Innehalten und Nachdenken lohnt trotzdem. Die mit historischer Bedeutung aufgeladene Dom-Fassade bildet den Hintergrund für eine erhebliche profanere, aber bei vielen beliebte Würstchen-Bude. Ob und wie sowas zusammenpasst – das ist Grundantrieb der Ausstellung. Die Ausstellung im Frankenturm in der Dietrichstraße ist noch bis zum 28. März geöffnet, dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr.

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