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"Ich habe Herz hineingesteckt!"

Der Trierer DJ Andy B. Jones hat sich den Traum vom eigenen Club erfüllt. Zum zweiten Jahrestag der Eröffnung verspricht er am Samstag einige Überraschungen. TV-Foto: Frank Göbel
Der Trierer DJ Andy B. Jones hat sich den Traum vom eigenen Club erfüllt. Zum zweiten Jahrestag der Eröffnung verspricht er am Samstag einige Überraschungen. TV-Foto: Frank Göbel
Trier. Das zweijährige Bestehen eines Geschäfts ist selten eine große Sache. Dass im Safarihaus seit Januar 2012 getanzt werden darf, verdient jedoch nähere Betrachtung: Denn bevor der Trierer DJ Andy B. Jones in das Gebäude am Stockplatz einzog, blieben zwei Vorgänger dort erfolglos. Frank Göbel

Trier. Andreas Berg alias Andy B. Jones sitzt auf einem großen Sofa in der "Lions-Bar" des "Safarihauses" am Stockplatz und sagt: "Ich habe als junger Bursche schon immer gesagt, dass ich mal meinen eigenen Club haben werde." Seinen Traum hat er verwirklicht, es in gewissem Sinne damit aber nicht weit gebracht, schließlich begann er Anfang der 1990er Jahre an diesem Ort professionell an den Plattentellern zu drehen: als DJ im "Untreu".
Das war damals nicht die erste Disco am Platz. Vorher gab es das "Natascha" und das "St. Malo", nach dem "Untreu" folgte noch das "Palais", Anfang 2007 öffnete die "Villa Conte". Die sorgte als erklärter Nobelschuppen, wo alles extra schick und teuer sein sollte, eher für amüsiertes Stirnrunzeln. Dabei wurde nicht nur der Dom Perignon für 15 000 Euro je Flasche nicht oft genug geordert: Der Laden lief nicht. Auch eine so wahllos wie verzweifelt wirkende Kehrtwende zu Billigstpreisen konnte das Ende nach einem Jahr nicht verhindern. "Das konnte so nicht funktionieren", meint Jones, der damals jedoch noch nicht an der Reihe war. Zunächst versuchte sich ab Herbst 2009 Francesco Sanna, der seinerzeit auch das "Forum" in der Hindenburgstraße betrieb. Doch auch der blieb mit seinem "Stockwerk" erfolglos und musste im Mai 2011 Insolvenz anmelden.
Als bereits ein reines Restaurant für das 1905 erbaute Gebäude im Gespräch war, trat Andy B. Jones auf den Plan. Der hatte damals schon diverse Party-Formate an ungewöhnlichen Orten umgesetzt und überzeugte die Hausbesitzer mit einem Konzept, das diese als "plausibel, glaubhaft, machbar und nicht abgehoben" bezeichneten. Jones selbst drückt es so aus: "Faire Preise, ein cooler Laden, geile Atmosphäre!"
In der unteren Etage entsteht die "Lions-Bar" in warmen Ockertönen verströmt sie einen Hauch Afrika, ohne es zu übertreiben. Eine Etage höher darf im "Zebra Club" getanzt werden, der eher minimalistisch gestaltet ist. Außerdem findet sich auch ein kleines Studio in dem 1905 gebauten Haus: Dort produziert Jones seine Clubtracks, von denen einige bereits Chart-Erfolge waren.
"Ich hätte natürlich auch auf Großraumdisco setzen können, aber das wäre nicht mein Ding gewesen", sagt der umtriebige DJ. "Hier habe ich eine Größenordnung, die auch bei 30 Grad im Sommer überlebensfähig ist, wenn die Leute eher nicht in den Club gehen." Wobei die Kundschaft dann vielleicht nur die Location wechselt und lieber in der Sky-Longue auf dem Dach des Karstadts entspannt: Die wird seit sechs Jahren ebenfalls von Jones betrieben.
Der gebürtige Trierer sagt zwar, er habe zur Not ein komplettes neues Konzept für das Haus am Stockplatz parat - derzeit wird das aber nicht gebraucht: "Wir werden immer mal wieder internationale Künstler hier haben, im Großen und Ganzen aber den Charme des Hauses beibehalten", kündigt er an und fasst sein Rezept noch mal zusammen: "Ich habe wohl nur ein Drittel soviel Geld investiert wie meine Vorgänger - aber doppelt so viel Herz!"