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IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über das Neubauvorhaben der Stadt Trier in Mariahof und den Zustand der dortigen Sozialwohnungen:

1. Mariahof ist ein sozialer Brennpunkt. 2. Die Integration von Menschen aus 23 Nationen ist noch nicht gelungen. 3. Die 122 städtischen Wohnungen befinden sich seit Jahren in einem maroden Zustand. 4. Seit fünf Jahren verspricht die Verwaltung, die Wohnungen zu sanieren. Geschehen ist bis heute nichts. 2017 sollen auf der Grünfläche neben dem Gut Mariahof drei Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohnungen für Flüchtlinge und sozial schwache Familien gebaut werden. Die Bedenken sind: 1. Erklärtes Ziel der Verwaltung ist, Flüchtlinge und sozial schwache Familien dezentral über die Stadt verteilt unterzubringen. Durch den Bau von 30 Wohnungen auf der grünen Wiese ist das nicht gewährleistet. Wie viele Menschen dort letztendlich leben, blieb unbeantwortet. Es wird sich ein neuer sozialer Brennpunkt bilden. 2. Die Aufgaben der Verwaltung sind gewaltig, unter anderem Sanierung vieler Turnhallen, Sanierung von 122 Wohnungen, Bau dreier Mehrfamilienhäuser. Woher sollen diese Mittel plötzlich kommen, wo doch seit Jahren kein Geld zur Sanierung der städtischen Wohnungen vorhanden ist? 3. Sind Kindergarten und Grundschule räumlich, ausstattungsmäßig und personell den neuen Anforderungen gewachsen? 4. Schon jetzt sollen ab August 40 zusätzliche Hortplätze geschaffen werden. Wie viele weitere müssen nach Einzug der Familien noch hinzukommen? Sind ausreichende Mittel vorgesehen? 5. Während Ende 2013 in der gesamten Stadt 11,7 Prozent der Kinder in Familien lebten, die auf Sozialgeld angewiesen waren, lag dieser Anteil auf Mariahof fast doppelt so hoch. Die Zahl der Kinder, die ein Gymnasium besuchen, ist unterdurchschnittlich. Dieser Prozentsatz wird in Zukunft erfahrungsgemäß steigen. Berechtigte Fragen von besorgten Bürgern! Es herrscht Unverständnis, dass der Ortsbeirat mit neun Jastimmen, bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme für das Vorgehen der Stadt Trier gestimmt hat. Ob hier parteipolitisches Kalkül eine Rolle gespielt hat? Auf jeden Fall haben sich viele Mariahofer nicht von ihrem Beirat vertreten gefühlt und lehnen die Baumaßnahme der Stadt ab. Günter Steinmetz, Trier