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In der Affenfalle

Etwa 60 Anhänger des Bündnisses für erneuerbare Energien Trier protestieren im November gegen die Beteiligung der Stadtwerke an einem Steinkohlekraftwerk.TV-Foto: Archiv/ Alexander Fischbach
Etwa 60 Anhänger des Bündnisses für erneuerbare Energien Trier protestieren im November gegen die Beteiligung der Stadtwerke an einem Steinkohlekraftwerk.TV-Foto: Archiv/ Alexander Fischbach
Zum Artikel "Mehrheit für das Kohlekraftwerk" (TV vom 19. Dezember):

Es ist jammerschade, dass sich der Stadtrat nicht getraut hat, von der klimaschädlichen Kohleverstromung die Finger zu lassen. Wirklich lobenswert sind alle Schritte der SWT, die zu mehr erneuerbaren Energien in Trier führen. Wer aber (wie die SWT und offenbar auch ein großer Teil unserer Ratsmitglieder) meint, er müsse "das eine tun, ohne das andere zu lassen", dem sei einmal die bekannte Geschichte von der südindischen Affenfalle empfohlen. Diese Falle besteht aus einem ausgehöhlten Baumstamm, in dem sich Reis befindet. Das Loch ist groß genug, dass der Affe die Hand hineinstecken kann, aber es ist zu klein, um die Faust mit dem Reis wieder herauszuziehen. Um sich vor den herannahenden Dorfbewohnern in Sicherheit zu bringen, müsste der Affe den Reis loslassen. Da er aber an seiner Beute festhält, verliert er am Ende beides: Seine Freiheit und die Beute. Die Moral: Wer meint, dass es zum Neubau von Kohlekraftwerken keine Alternative gibt, der scheint mir einfach nicht sehr flexibel zu sein. Und dank dieser Einfallslosigkeit der Herren Adams, Maximini und Co. sitzen die (unsere) Stadtwerke jetzt erst einmal für 20 Jahre fest: in der Affenfalle der RWE. Michael Rahe, Trier kommunalpolitik