| 16:31 Uhr

In der Trierer Wolfsberghalle geht's weiter: Sportstätte muss nicht kurzfristig geschlossen werden

FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Experten geben Entwarnung: Der Boden der Wolfsberghalle in Trier kann weiterhin genutzt werden; der Spielbetrieb ist damit vorerst nicht gefährdet. Auf lange Sicht ist ein Neubau derzeit wahrscheinlicher als eine Sanierung. Rebecca Schaal

Die gute, alte Zeit liegt - naturgemäß - stets etwas länger zurück. Auf dem Wolfsberg war das im Jahr 2003. Frauenhandball-Bundesligist DJK/MJC Trier gewann damals die deutsche Meisterschaft in der dortigen Halle.
Heute spielen die Trierer Miezen eine Klasse tiefer. Und die Wolfsberghalle ist alt und aus baulicher Sicht alles andere als gut: Das Dach macht seit langem Probleme, der Brandschutz ist nicht auf dem neuesten Stand, was die Besucherkapazität einschränkt, und unter der Halle sammelt sich Wasser.

Entsprechend besorgt blickte Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) vor gut einer Woche drein, als er auf das Thema Wolfsberghalle zu sprechen kam: "Wir hoffen, dass die Halle es noch etwas länger aushält, haben aber unsere Zweifel." Wie schlimm es wirklich um die Sportstätte steht, sollten Untersuchungen herausfinden.

Auf TV-Nachfrage kommt nun die Entwarnung: "Die Messungen haben ergeben, dass es derzeit keine Standsicherheitsprobleme gibt. Der Hallenboden ist weiterhin nutzbar", teilt das Presseamt der Stadt mit. Die befürchtete kurzfristige Schließung der Halle ist damit erst mal vom Tisch, der Sportbetrieb kann weiterlaufen. Ludwig: "Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet und bin sehr erleichtert."

Nichtsdestotrotz ist das Glück flüchtig: "Aufgrund ihres baulichen Zustands wird die Wolfsberghalle mittelfristig nicht mehr nutzbar sein", teilt Ralf Frühauf vom städtischen Presseamt mit. So seien zum Beispiel ständige Reparaturarbeiten am Dach nötig.

Mittelfristig - was bedeutet das genau? "Die verbleibende Nutzungszeit hängt von der Vertretbarkeit der laufenden Reparaturkosten ab." Wie hoch diese Kosten derzeit sind, war bis gestern Mittag von der Stadt allerdings nicht zu erfahren.

In Sachen Zeitplan hatten auch die Stadtratsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke 2013 und 2014 in Form von Anfragen nachgehakt - konkrete Antworten blieben die Verantwortlichen bei der Stadt allerdings schon damals schuldig. 2014 hat die Verwaltung überschlagen lassen, was eine Sanierung kosten würde: 6,6 Millionen Euro. Zum Vergleich: Auch die anstehende Sanierung der Mäusheckerweghalle schlägt mit rund 6,6 Millionen Euro zu Buche, 2,6 Millionen Euro davon muss die Stadt selbst aufbringen. Während bei der Halle am Mäusheckerweg ein Neubau wegen der Fördermöglichkeiten nicht infrage kommt, könnte das am Wolfsberg anders aussehen.

Derzeit prüft das Baudezernat das Für und Wider einer Sanierung oder eines Neubaus. Jedoch: "Nach derzeitigem Erkenntnisstand geht das Dezernat von der höheren Wirtschaftlichkeit eines Neubaus aus."

Die Kosten für eine neue Halle werden laut Stadt derzeit ermittelt. Erst dann könne auch überprüft werden, welche Fördermöglichkeiten für die Wolfsberghalle infrage kommen.

LAND FÖRDERT TONI-CHORUS-HALLE
Von Anfang April bis Ende August soll die Toni-Chorus-Halle geschlossen werden, um die Innenraumsanierung umzusetzen. Die Halle gehört dem Postsportverein Trier (PST), wird aber auch für Schul- und Vereinssport genutzt. Dies erklärt laut Stadtverwaltung, warum die Stadt mit 511?600 Euro zu der rund 1,28 Millionen Euro teuren Sanierung beiträgt. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Bauvorhaben mit 640?000 Euro. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und Baudezernent Andreas Ludwig (CDU) überreichen dem PST heute offiziell die Bewilligungsbescheide.

Unter anderem weil die Toni-Chorus-Halle fast ein halbes Jahr lang nicht genutzt werden kann, hat der Stadtvorstand vorgeschlagen, die Messeparkhalle für 500?000 Euro herzurichten für den Schul- und Vereinssport. Das muss der Stadtrat entscheiden. Die CDU-Fraktion begrüßt diesen Vorstoß, den sie bereits im Juli 2015 gemeinsam mit den Grünen, der FWG (jetzt UBT) und der FDP im Stadtrat vorgeschlagen hatte. "Wir sind froh, dass Sportdezernent Andreas Ludwig nun Schwung in die Sache bringt", teilt Thorsten Wollscheid, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, mit.