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Ausbildung
Infoveranstaltung: Die Wege zum Traumberuf

Großes Interesse an der Berufsorientierung: Rund 600 Eltern und ihre jugendlichen Kindern besuchten die zentrale Info-Veranstaltung der Trierer Gymnasien und des Gymnasiums Konz in der Aula der Hochschule Trier.
Großes Interesse an der Berufsorientierung: Rund 600 Eltern und ihre jugendlichen Kindern besuchten die zentrale Info-Veranstaltung der Trierer Gymnasien und des Gymnasiums Konz in der Aula der Hochschule Trier. FOTO: Sabine Schwadorf
Trier. Beim Gemeinsamen Abend zur Studien- und Berufsorientierung der Gymnasien aus Trier und Konz haben rund 600 Eltern und Schüler wichtige Tipps und Hilfen bekommen. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

 „Keiner bestimmt heute den Rest seines Lebens!“ Den Rat, den Sven Kronewirth, Projektleiter Ausbildung bei der Handwerkskammer (HWK) Trier, für die rund 600 Eltern und Schüler hat, ist zwar banal, aber für viele auch beruhigend. Denn beim gemeinsamen Elternabend der Gymnasien aus Trier und Konz zur Studien- und Berufsorientierung in der Aula der Hochschule Trier geht es vor allem um ein erstes Abtasten der Arbeitswelt nach Möglichkeiten, die nach dem Abitur warten. 

„Schließlich ist Berufsorientierung ein langer Prozess, der Jahre dauert“, macht Studienberater Thomas Mares von der Arbeitsagentur Trier klar. Die Vielfalt in der Arbeitswelt sei gewachsen, dafür hätten die Jugendlichen größere Karrieremöglichkeiten. Sein Fazit: „Es gibt nicht DEN besten Weg, sondern nur den für mich am besten passenden Weg.“ Den zu finden, dafür sei die Arbeitsagentur da, analysiere Stärken und Schwächen, vermittle Praktika: „Bitte nutzt diese Chance!“

Ein Anliegen, mit dem Mares bei der Wirtschaft offene Türen einrennt. So wirbt auch Ulrich Schneider, Geschäftsführer Ausbildung bei der Industrie- und handelskammer (IHK) Trier fürs Schnuppern in Branchen und Betriebe: „Praktika sind immer noch das Rekrutierungsmittel Nummer Eins“, sagt er. Denn gerade für Abiturienten gebe es „berufliche Ausbildungen, die sehr spannend sein können“.

Auch HWK-Projektleiter Kronewirth wirbt für die duale Ausbildung oder ein Duales Studium nach dem Abitur: „Noch vor Jahren wäre es exotisch gewesen, hier vor angehenden Abiturienten fürs Handwerk zu werben“, sagt er. Dabei seien gerade Berufsausbildungen den akademischen Abschlüssen nicht hintangestellt. Im Gegensteil: „Der Meistertitel entspricht dem Bachelor-Abschluss, ein Fachwirt dem Master. Das bietet Perspektiven und Potenziale“, sagt Kronewirth. Denn das Abitur biete die beste Voraussetzung für künftiges Fach- und Führungspersonal. „Machen Sie sich doch einfach selbst zum Chef“, sagt er mit Blick auf zahlreiche künftige Betriebsübergaben in der Region Trier.

Sein eigener Chef sein, dafür biete das Studium beste Voraussetzungen, sagt Ansgar Berger, Studienberater an der Universität Trier. „Studium ist anders als Schule, man hat einerseits viel Freiheit, aber auch die Selbstverantwortlichkeit.“ Auch der wirtschaftliche Aspekt von Berufsausbildung und Studium kommt in der Information für die Eltern nicht zu kurz.

Eine duale Ausbildung oder ein Duales Studium böten von Beginn an ein Einkommen, ein Studium erst später, aber dafür meist  ein höheres. „Aber wir haben noch keinen Fall erlebt, in dem das Studium aus finanziellen Gründen nicht geschafft wurde. Es war dann anderes entscheidend“, sagt Benedikt Lorse von der Hochschule Trier.

Und die Eltern und angehenden Abiturienten? Sehen sie für die Zukunft nun klarer? „Ich fand die Unterschiede der einzelnen Wege in Beruf und Studium gut auf den Punkt gebracht“, sagt Ruth Bartholomäus aus Trier. Es sei sehr überzeugend gewesen, wie sehr die Vertreter für ihr Metier „gebrannt hätten“. Ihre Tochter Madita hat nun auch mehr Hinweise dafür, welchen Weg sie einschlagen will: „Vor allem das Duale Studium interessiert mich – jedenfalls kenne ich jetzt die Unterschiede besser“, sagt die Zehntklässlerin.

Die gleichaltrige Paula Erzig aus Trier weiß zwar noch nicht, was sie werden will, „aber ich möchte entweder ein Studium oder ein Duales Studium machen“, sagt sie. Für ihre Mutter Diana Erzig war der Infoabend vor allem wichtig, „weil er die wichtigsten Berufs- und Studienwege erklärt habe. Was meine Tochter dann daraus macht, muss sich finden“, sagt sie entspannt.

Dies ist auch ein Tipp von Thomas Mares von der Agentur für Arbeit Trier: „Versuchen Sie als Eltern Ihrem Kind die Freiheit selbst zu entscheiden, was es beruflich machen will“, sagt er. Denn nur zufriedene Mitarbeiter seien auch gute Mitarbeiter.