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(J)unikat lockt nach Ehrang

Rita Müller, Roland Grundheber und Britta Rösler (von links) vom Junikat-Gründungsteam.Foto: Gabriela Böhm
Rita Müller, Roland Grundheber und Britta Rösler (von links) vom Junikat-Gründungsteam.Foto: Gabriela Böhm
EHRANG. Ein Ort zum Klönen und Fachsimpeln, zum Gucken, Nachdenken und Austauschen: Seit Juni gibt es das Kunst- und Kommunikationszentrum "Junikat" in Ehrang, das vor kurzem offiziell eröffnet wurde und seither reichlich Zuspruch erfährt. ARRAY(0x1810dc490)

Am Anfang war die Idee. Das "Haus Jun" in der Kyllstraße 53, das nach einem früheren Besitzer benannt ist und zuletzt eine Segelschule beherbergte, stand leer. Sein Eigentümer, Hans-Dieter Schommers, suchte eine neue Nutzungsmöglichkeit. Vielleicht eine Ausstellungsfläche für den Ehranger Karikaturisten und Kunstmaler Roland Grundheber? Der winkte im Hinblick auf sein eigenes Atelier ab. Doch dann fanden sich mit ihm insgesamt sieben Künstler, die in Kürze ein ambitioniertes Projekt angingen.Räume in freundlichen Farben

"Wir wollten eine Begegnungsstätte schaffen, einen Ort, den Künstler und Kunstliebhaber aufsuchen können", erzählt Grundheber. Im Mai war die erste Ortsbegehung der "verlassenen Segelschule", dann hieß es: "Farbe neu, Lampen neu." Innerhalb von nur vier Wochen war "die Birne geschält" - nun strahlen die Räume in freundlichen Farben und geben rund 100 Exponaten eine Heimstätte. Seit Anfang Juni ist in Angleichung an den Hausnamen, den Eröffnungsmonat Juni und den Begriff "Unikat" die Begegnungsstätte "Junikat" entstanden. Sieben Künstler - bis auf eine Frau alles Ehranger - stellen im vierwöchigem Wechsel ihre Werke aus. Und das ganz basisdemokratisch nach einem Rotationsprinzip, um jedem die Chance zu geben, sich publikumswirksam in den Schaufenstern zu präsentieren. Dazu bieten sie Gastkünstlern die Gelegenheit, ihre Exponate gegen einen geringen Obolus für ebenfalls vier Wochen auszustellen. Wenngleich den Besuchern kostenlos Kaffee, Wasser und Tee angeboten werden, will das Geschäft nicht in die Nähe einer Kuchen- und Kaffeehaus-Atmosphäre geraten - "Junikat" soll eben als Kunst- und Kommunikationsstätte dienen. "Wir sind auch kein Verkaufsladen", betont Grundheber. So sind die meisten der Gemälde, Plastiken, Metallkunstwerke, Schmuckgegenstände und Tonskulpturen nur mit dem Namen des Künstlers versehen. Hat ein Besucher Kaufinteresse, muss er privat Kontakt zum Künstler aufnehmen. "Wir möchten, dass die Leute ohne den Druck, kaufen zu müssen, hierhin kommen", meint Grundheber. Kein Wunder, dass abends schon mal ein Ehranger mit seiner Klampfe zum "Junikat" kam, bei einem gemeinsamen Glas Rotwein auf der Straße spielte und das Instrument gleich im Laden stehen ließ - für weitere künstlerische und kommunikative Zwecke. Ein Literatentreff, schon erfolgreich beim Ehranger Markt erprobt, und einzelne Aktionen, bei denen die Künstler ihr Handwerk zeigen, werden künftig das kulturelle Angebot weiter abrunden. Ohne dass die "Junikat"-Gründer in Konkurrenz zu bestehenden Bildungsangeboten in Ehrang treten wollen, versichern sie. Acrylabstraktionen, Federzeichnungen, Karikaturen, Pastellmalereien und metallene Tierkörper - das künstlerische Potenzial von Ehrangern überrascht. Von einem Imagegewinn des Stadtteils sprachen die Besucher denn auch bei der offiziellen Eröffnung und lobten die Exponate von dem Künstlerteam, dem noch Conny Monzel, Elli Elzer, Ilse Klein, Rita Müller und Britta Rösler angehören. Und Hauseigentümer Hans-Dieter Schommers, dessen kreative Ausdrucksstärke das Schreiben ist. "Egal, ob sie singen, malen oder schreiben, hier treffen sich Gleichgesinnte", weiß Grundheber. "Junikat" ist geöffnet donnerstags, freitags und samstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags und freitags von 17 bis 20 Uhr.