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Jensen, der Längerfristige

Ungebrochener Optimismus: Klaus Jensen nach dem ersten OB-Amtsjahr. TV-Foto: Roland Morgen
Ungebrochener Optimismus: Klaus Jensen nach dem ersten OB-Amtsjahr. TV-Foto: Roland Morgen
Mehr Bürgerbeteiligung und mehr Investitionen in die Schulen hatte Klaus Jensen (56) im Wahlkampf versprochen. Seit einem Jahr ist er Oberbürgermeister - seine "Zwischenbilanz" fällt nach eigener Einschätzung positiv aus. Von unserem Redakteur Roland Morgen

Trier. Von "Bilanz" zu sprechen, findet er verfehlt: "Dazu ist es nach zwölf Monaten viel zu früh", sagt Klaus Jensen. Sein Handeln als Partei-unabhängiger Oberbürgermeister sei "mittel- und langfristig angelegt. Ich muss mich vor allem um Bereiche kümmern, die in fünf bis zehn Jahren Früchte tragen". Die Rahmenbedingungen seien "etwas abenteuerlich", räumt Jensen ein. Mehr Aufgaben für weniger Leute im Stadtvorstand (der Beschluss zur Reduzierung der Dezernenten-Posten von fünf auf vier war noch in der Ära des Vorgängers Helmut Schröer gefasst worden; die Arbeit der Ende März 2007 ausgeschiedenen Wirtschafts-Chefin Christiane Horsch hat Jensen übernommen). Und dann noch eine dramatische Finanzsituation: Triers Sozialausgaben 2008 betragen rund 60 Millionen Euro; die Gewerbesteuer-Einnahmen maximal 50 Millionen. Dennoch weise der Etat-Entwurf 2008 eine Budget-Steigerung für Schul-Sanierungen von vier Millionen Euro auf. Auch die Mittel für Radwegebau seien auf 300 000 Euro verdreifacht worden.Auch seinen anderen Wahlkampf-Aussagen lasse er Taten folgen, betont Jensen. Bei der angekündigten Unterstützung von Familien etwa gehe das Rathaus mit gutem Beispiel voran. Ein neu entwickeltes Modell zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei frisch vom Bundesfamilienministerium zertifiziert worden.Seine Bestrebungen, in der Verwaltung "wegzukommen von traditionellen isolierten Zuständigkeiten hin zu ganzheitlichen Ansätzen und dezernatsübergreifenden Projektgruppen" sieht der Rathaus-Chef "auf einem guten Weg". Sorgen macht sich Jensen um die politische Kultur in der Stadt. Der "völlig ohne Not frühzeitig vom Zaun gebroche ne Wahlkampf" sei entmutigend für alle, die sich außerhalb des Stadtrates kommunalpolitisch engagierten und kontraproduktiv für Trier: "Wir können Probleme nur in gemeinsamer Arbeit lösen." In diesem Sinne will der OB die Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich stärker einzubringen: "Die Meinung aller Trierer ist gefragt. Ich stehe dafür, dass Bürgerbeteiligung nicht folgenlos bleibt und Ergebnisse auch konsequent umgesetzt werden." Seine persönliche Zwischenbilanz zum ersten Jahr als OB fällt positiv aus: "Viele positive Rückmeldungen bestätigen mein gutes Gefühl. Mein Optimismus ist ungebrochen." Sieben Amtsjahre hat er noch vor sich. Interview mit Jensen: Seite 9