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Jugend
Jung, eigenständig, stark: Triers erste Jugendkonferenz

Diese Sechs gehören zu den 60 Trierer Schülern, die am Mittwoch in der Europäischen Kunstakademie ihre Wünsche und Vorstellungen für ihre Stadt zusammengetragen und präsentiert haben.
Diese Sechs gehören zu den 60 Trierer Schülern, die am Mittwoch in der Europäischen Kunstakademie ihre Wünsche und Vorstellungen für ihre Stadt zusammengetragen und präsentiert haben. FOTO: Trierischer Volksfreund / Jörg Pistorius
Trier. Erfahrene Kommunalpolitiker, Verantwortungsträger der städtischen Ämter und engagierte Schüler treffen sich am Mittwoch auf Triers erster Jugendkonferenz. Das Thema: Wie kann Trier jugendfreundlicher werden? Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Sporthallen! Mit roter Schrift und einem Ausrufezeichen steht das Wort auf der Folie. Rot bedeutet Gefahr, Krise oder zumindest Vorsicht, Achtung, hier besteht Handlungsbedarf. Was genau zu tun ist, steht gleich darunter. Regelmäßige Wartung. Witterungsschäden beseitigen. Bessere Ausstattung der Geräteräume. Belüftungsanlagen.

Die Sporthallen und generell der Sport in Trier gehören am Mittwoch zu den Themen der ersten Jugendkonferenz in der Europäischen Kunstakademie. Das Jugendamt hat alle neunten Klassen der Trierer Schulen eingeladen, jeweils zwei Vertreter zu schicken. Auch die Jugendzentren und Jugendverbände sind mit dabei.

Die Jugendlichen sollen die Wünsche und Vorstellungen ihrer Generation formulieren, in lockerer Atmosphäre diskutieren und die Ideen anschließend direkt vor Ort präsentieren. Deshalb sind einige der Entscheider aus den Fraktionen des Trierer Stadtrats auch mit dabei.

60 Jugendliche stellen in der Kunstakademie ihre Ideen vor. Das Jugendamt hat inhaltlich nichts vorgegeben, die Schüler waren völlig frei in ihrer Arbeit. Der Zustand der Trierer Sporthallen ist nicht die einzige Überschneidung mit den Arbeitsfeldern der Kommunalpolitker im Stadtrat. Bustickets für Schüler „bis zum Abitur“, bessere Taktungen, ein schönes Stadtbild, der Zustand der Trierer Schulen und auch deren Digitalisierung – all das steht auch immer wieder auf der Tagesordnung des Stadtrats.

„Und warum wird es dann nicht besser?“, fragt Gymnasiastin Julia energisch einen gestandenen Stadtrat mit jahrzehntelanger Erfahrung. Er nimmt es mit Humor und auch mit Sympathie, beantwortet die Fragen der Schülerin, lächelt und sagt zum Schluss: „Wir arbeiten daran.“

Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Elvira Garbes (Bündnis 90/Die Grünen) ist ebenfalls mit vor Ort. „Jugendpolitik soll sich nicht nur an den Lebenslagen der jungen Menschen orientieren, sondern auch an deren Interessen“, betont sie in einer kurzen Ansprache und erhält den Applaus der Anwesenden.

Diese direkte Begegnung zwischen Schülern und Politikern basiert auf einer Initiative des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz spricht sogar von einer „Neuausrichtung der Jugendpolitik“. Die Grundlage  ist die vom Ministerrat verabschiedete Jugendstrategie „JES“, das Kürzel steht für „jung, eigenständig, stark“. Das Jugendamt der Stadt Trier hat 2017 als eine von fünf Kommunen in Rheinland-Pfalz den Zuschlag für ein Praxisentwicklungsprojekt für Jugendarbeit vor Ort erhalten. Trier ist bereits seit 2015 eine von 16 Referenzkommunen in der Umsetzung der Jugendstrategie „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“.